© Monika Müller, FR
Auf dem Gelände am Mainufer können Kinder wippen, währen die Eltern Café trinken.
Licht- und Luftbad in Frankfurt
Frankfurt

Mehr als nur ein Spielplatz

Von Fabian Böker
14:43

Das Licht- und Luftbad in Niederrad, das jeder nur als Lilu kennt, ist nicht nur einfach ein Spielplatz. Es ist mehr als das. Auch mehr als eine große Liegewiese direkt am Main gelegen. Es ist genau das, was auf seiner Homepage steht: ein einzigartiges urbanes Biotop, eine Insel der Erholung, ein Rückzugsraum ohne Kommerz und Beachkultur. Und gerade deshalb so beliebt, auch bei Nicht-Niederrädern.

Wer das Lilu vom Niederräder Ufer aus betritt, über eine kleine Brücke, der wähnt sich nicht mehr unbedingt in der Metropole Frankfurt. Grüne Wiesen, Bäume, sogar ein kleiner Strand. Ein Paradies, nicht nur, aber vor allem für Kinder.

Diese kommen zum Beispiel auf dem kleinen, aber feinen Spielplatz nahe des Eingangs auf ihre Kosten. Dort können sie rutschen, wippen, klettern, im Sand spielen und schaukeln. 

So wie der zweijährige Sohn von Ann-Kathrin Reinwald. Sie gibt ihrem Filius immer wieder neuen Schwung, was ihn sichtlich freut. Die 38-Jährige wohnt in Eschersheim und ist zum ersten Mal im Lilu. Und begeistert: „Ich bin beeindruckt.“ Denn ihre beiden Kinder können nicht nur auf dem Spielplatz spielen, sondern sich auch in der näheren Umgebung austoben. Große Liegeflächen machen das möglich. Schon nach wenigen Minuten ist für Ann-Kathrin Reinwald klar: „Hier kommen wir bestimmt noch mal hin.“

Begeistert ist sie auch von den vielen Schattenflächen, die der Park bietet. „Gerade im Sommer müssen die Kinder ja nicht immer in der prallen Hitze sein“, findet die zweifache Mutter. Und wenn der Schatten mal nicht reichen sollte, steht auf dem Spielplatz auch noch eine Dusche. „Die ist super“, findet sie.

Bedenken hat sie nur mit den Kindern in Ufernähe. „So ganz traue ich dem flachen Bereich zum Main nicht, da würde ich aufpassen mit kleinen Kindern, sonst fallen sie noch rein.“

Ann-Kathrin Reinwald trifft sich an jenem Vormittag mit Freundinnen aus Niederrad, die ebenfalls ihre Kinder mitbringen. Es sind Stammgäste im Lilu, ein Treffpunkt für viele aus Frankfurt. Und während sich die Kinder vor allem auf Rutsche, Wippe und Schaukel freuen, genießen die Mütter das Flair im Ponton-Café auf dem Gelände. Denn das Lilu ist, wie eingangs erwähnt, eben mehr als nur ein Spielplatz. 

Hier kann man auch Getränke und Snacks erwerben, im vom Kombinat Frankfurt betriebenen Café. Das Besondere: Kombinat hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor allem Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen. Die Zutaten sind aus überwiegend regionalem, teilweise biologischem Anbau.

Wer kein Essen kaufen will, läuft einfach einige Meter weiter und bereitet sich sein Würstchen, Fleisch oder eine vegetarische Alternative eben selbst zu. Denn wer seinen eigenen Grill mitbringt, darf ihn am westlichen Ende des Geländes anmachen. So lange es sich nicht um Einweggrills handelt. Die sind verboten.

Noch weiter westlich wartet eine Aussichtsplattform, mit Blick auf die beiden Griesheimer Eisenbahnbrücken, Industrieanlagen und – sicherlich etwas schöner – Schiffe, die auf dem Main fahren. Die können Lilu-Besucher auch am östlichen Ende betrachten, dort, wo das Areal schon zu Ende ist und in die parkähnliche Mainuferzone nahtlos übergeht. 

Etwas größere Kinder können auf einem Klettergerüst samt Rutsche spielen. Bis zum Januar stand dort auch die künstlerische Begegnungsstätte Blaues Haus, das Unbekannte angezündet haben. Ein Neuaufbau ist für das kommende Jahr geplant. Allerdings hänge der Wiederaufbau mit dem des Hallengebäudes am Niederräder Ufer zusammen, wie Ioannis Kaklamanos vom Verein für Kunst und Freie Zeit, der das Haus betreibt, sagt. 

In der kommenden Woche sind an Ort und Stelle Infos und Bilder über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Hauses zu sehen.

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