© Peter Jülich, FR
Das Sarotti-Häuschen gehört Alexa zu Solms-Wildenfels.
Rennbahn in Frankfurt
Frankfurt

Sarotti-Häuschen verhindert Rennbahn-Übergabe

Von Christoph Manus
14:02

Wann die Stadt das frühere Rennbahn-Areal an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) übergeben kann, der dort eine Fußballakademie errichten will, ist auch nach jahrelangem Rechtsstreit über die Zukunft des Geländes noch offen. Beim Abriss der Tribüne im April dieses Jahres hatte sich die Stadt noch zuversichtlich gezeigt, dass der DFB das Gelände noch vor der Sommerpause übernehmen kann. Zuletzt war der 1. Oktober als Datum für die Übergabe im Gespräch. Doch weil sich der Streit über das Sarotti-Häuschen, das letzte auf dem Areal verbliebene Gebäude, weiter hinzieht, sagt Barbara Brehler-Wald, die Büroleiterin von Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU), im Gespräch mit der FR, es sei unklar, ob der Termin gehalten werden könne.

Für Dienstag war ein Verhandlungstermin vor dem Frankfurter Amtsgericht über die von der Stadt geforderte Räumung des Häuschens angesetzt. Doch weil Alexa zu Solms-Wildenfels, die Mutter des Rennklub-Vizepräsidenten, Widerklage einreichte, forderte das Gericht die Stadt zunächst zu einer Stellungnahme auf. Inhaltlich wendet sich die Widerklage, wie Carl-Philip zu Solms-Wildenfels sagt, gegen die nach seinen Angaben von der Stadt vorgetragene Behauptung, seine Mutter und er seien auf betrügerische Weise in Besitz des Sarotti-Häuschens gekommen. Der Rennklub-Vize spricht von einem „rotzfrechen Vorwurf“.

Der ehrenamtliche Stadtrat bereitet zudem eine Verfassungsbeschwerde vor. Nach seiner Sicht der Dinge hat sich der Bundesgerichtshof, als er die Revision in der Hauptsache des Rennbahn-Rechtsstreits verwarf, auf einen Sachverhalt gestützt, zu dem der Rennklub nicht vortragen konnte. Damit habe er dem Verein das rechtliche Gehör versagt.

Solms-Wildenfels macht im Gespräch keinen Hehl daraus, dass es ihm nur noch darum geht, das Unrecht, das die Stadt mit ihrem Handeln seiner Ansicht nach geschaffen hat, wieder zu korrigieren. „Ich will, dass festgestellt wird, dass die Stadt nicht rechtmäßig gehandelt hat“, sagt er der FR.

In einem weiteren Rechtsstreit hat die Stadt indes einen neuen Etappensieg erzielt. Das Oberlandesgericht bestätigte in einem am Dienstag veröffentlichen Beschluss, dass die Stadt das sogenannte Quotenhaus räumen durfte. Dieses war im Anschluss an den Abriss der Tribüne beseitigt worden.

Vor dem Landgericht hatte die Stadt mit ihrer Klage gegen die Quotenhaus-Gesellschaft auf Rückgabe und Räumung der als Wettbüro genutzten Flächen Erfolg gehabt. Zugleich hatte das Gericht die Widerklage des Betreibers auf Zahlung von Schadensersatz abgewiesen. Das Oberlandesgericht bestätigte das nun. Es bekräftigte, dass der Mietvertrag wirksam gekündigt worden sei, und wies auch den Einwand des Betreibers, die Kündigung sei existenzbedrohend gewesen, ab.

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