Schwanheim
Frankfurt

Treffpunkt Wurstbude

Von Dominik Brück
11:16

Im Unterschied zu einigen anderen Stadtteilen gibt es in Schwanheim weiterhin zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten. Entlang der Einkaufsstraße Alt-Schwanheim finden sich vom Bäcker bis zur Buchhandlung zahlreiche Geschäfte. Zwei Supermärkte und eine Drogerie bieten darüber hinaus die Möglichkeit, sich problemlos für den alltäglichen Bedarf einzudecken.

„Es kommen auch Bewohner aus anderen Stadtteilen wie Kelsterbach oder Goldstein hierher, weil es mehr Geschäfte gibt“, sagt Rainer Schleicht. Seit mehr als 13 Jahren betreibt er eine Wurstbude, von der er das Treiben auf der Einkaufsstraße gut beobachten kann. „Schwanheim ist noch sehr dörflich und traditionsbewusst“, sagt er. „An den Einkaufsmöglichkeiten hat sich bisher nur wenig verändert.“

Insbesondere viele ältere Menschen würden die kurzen Wege innerhalb des Stadtteils nutzen. Außerdem seien die Geschäfte ein beliebter Treffpunkt, der Einkauf werde regelmäßig als Möglichkeit genutzt, um sich beim Bäcker, im Eiscafé oder an der Wurstbude von Rainer Schleicht zu unterhalten.

„Die Läden sind für viele Schwanheimer ein Treffpunkt“, bestätigt Kristine Betschka-Schulz. Regelmäßig hilft sie in der Buchhandlung Waide aus, die seit mehr als drei Jahrzehnten in dem Gebäude mit der Hausnummer 39a besteht. Neben älteren Menschen „kommen auch zahlreiche Familien mit ihren Kindern her, was ich persönlich sehr schön finde“, sagt Kristine Betschka-Schulz. Im Stadtteil bekomme man sehr vieles, ohne das Auto oder den öffentlichen Nahverkehr nutzen zu müssen. „Schwanheim ist sehr autark und die Schwanheimer sind stolz auf ihre Eigenständigkeit.“

Trotz des großen Angebots fehlen im südlichen Stadtteil insbesondere Möglichkeiten, um Schuhe, Textilprodukte und Kleidung zu kaufen. Entsprechende Läden mussten in den vergangenen Jahren schließen. „Ich habe selbst erlebt, wie diese Geschäfte geschlossen haben“, sagt Karin Bäsecke, die seit 1986 als Optikerin im Stadtteil arbeitet.

Das von ihr übernommene Geschäft besteht an dieser Stelle schon seit mehr als 60 Jahren. Ihrer Ansicht nach droht Schwanheim ebenso wie anderen Stadtteilen der Rückgang des Einzelhandels. „Die Ladenfläche nebenan beispielsweise steht nachdem dort das Elektrogeschäft geschlossen hat schon lange leer“, bedauert Bäsecke. „Ich denke, dass die Zahl der Kunden und Geschäfte hier in der Straße weiter abnehmen wird.“

Neben Einkaufszentren und dem Internet seien hierfür auch der Zuzug nach Schwanheim und die sich verändernde Bewohnerschaft des Stadtteils verantwortlich. Eine Sorge, die auch Wurstbudenbetreiber Schleicht teilt: „Früher kannte hier jeder jeden, aber jetzt gibt es hier viele Zugezogene, die hier zwar leben, aber nicht einkaufen.“ Auch wenn es dem Gewerbe in Schwanheim derzeit gut ginge, könnte sich dies in den kommenden Jahren verändern. „Ich hoffe aber, dass uns die Kunden auch zukünftig treu bleiben werden.“

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