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"Formel 1 auf 4 Pfoten" heißt das legendäre Dackelrennen des DTK Frankfurt.
Schwanheim
Frankfurt

Wiener Würstchen für die Sieger

Von Clemens Dörrenberg
12:23

Lange Schlappohren wehen im Wind, als die Vierbeiner mit ihren kurzen Beinen im Schweinsgalopp auf Frauchen und Herrchen zuspurten. Aufgeregtes Gekläffe und Gejaule schallt durch den Schwanheimer Wald.

Beim Sommerfest der Frankfurter Gruppe des „Deutschen Teckelklubs“, auf deren Vereinsgelände hinter dem Kobelt-Zoo, ist das „Dackelrennen“ ein Höhepunkt. In drei Kategorien: „Zwerg“, „Standard“, also Rau- und Rothaar, Kurz-, Lang- und Glatthaar sowie „Dackel-Mix“ treten die kleinen Jagdhunde gegeneinander an. Insgesamt 20 Tiere gehen an den Start und rennen jeweils im Duo um die Wette. Aus Plastikplanen, mit Holzscheiten im Waldboden befestigt, wurden die etwa 40 Meter langen, kniehohen Laufbahnen gebaut.

Walter Grimm, zweiter Vorsitzender des Vereins, übernimmt die Dackel, die von ihren Besitzern zum Startpunkt geführt werden, hält sie am Halsband, bis ein Startsignal ertönt. „Sie sind immer aufgeregt und temperamentvoll wie Rennpferde“, berichtet der 77-Jährige, selbst doppelter Dackelbesitzer. Die meisten Hunde wetzen, was das Zeug hält, sobald sie von der Leine gelassen werden.

Denn am Ziel rufen ihre Besitzer lautstark nach ihnen, wedeln mit Stöckchen oder locken mit Trillerpfeifen. Manch einer hat aber auch ganz anderes im Sinn. Als der knapp zweijährige Kurzhaardackel Lui gegen die eineinhalbjährige Rauhaardackel-Dame Charly antreten soll, legt er sich vor dem Rennen erst auf den Rücken, um gekrault zu werden. Dann, nach einem gelungenen Start, wechselt er kurzerhand die Bahn, krabbelt unter der Plane durch, die als Begrenzung dient, und rennt weit abgeschlagen ins Ziel. „Ein Gentleman“, sagt Charlys Besitzerin. Elfi Maier, Luis „Hundesitterin“ entgegnet: „Er ist verliebt“. Und tatsächlich startet der Rüde eindeutige Annäherungsversuche.

Konzentrierter geht die fünfjährige Fanni an den Start. Souverän gewinnt die Vorjahressiegerin auch in diesem Jahr die Standard-Kategorie und kann sich, wie alle Teilnehmer, auf eine Urkunde und einen Pokal freuen. Den will die Besitzerin Monika Hackenberger ins Büro zum ersten Pokal stellen. „Gar kein Geheimnis“ gebe es für Fannis Erfolg. „Sie kriegt viel vegetarische Nahrung, viel Obst“, sagt die 62-jährige Darmstädterin und lacht. Das bekomme sie jedoch nicht, um zu gewinnen, sondern aus gesundheitlichen Gründen.

Finns Erfolgsgeheimnis sei die „Kondition“. Der junge Zwergdackel siegt in der Kategorie der Kleinsten. „Er ist ein lebhafter Hund mit viel Ausdauer und Unruhe“, berichtet sein Herrchen, der Griesheimer Ditmar Mükusch.

„Wir machen das Rennen einfach, um die Hunde zu reizen, sich zu bewegen“, sagt der Vereinsvorsitzende Frank Wegener. Dackel würden gerne jagen und spielen. Zur Belohnung gibt es am Ende für alle Leckerlis und für die Sieger ein Wiener Würstchen, ausnahmsweise auch für Champion und Vegetarierin Fanni.

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