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Die Lyoner Straße wird Siemens 2022 verlassen. Hier sollen Wohnungen entstehen.
Wohnen in Frankfurt
Frankfurt

Siemens zieht zum Flughafen

Von Claus-Jürgen Göpfert
08:12

Für die Stadtentwicklung ist das eine große Chance. Der Siemens-Konzern gibt seinen bisherigen Frankfurter Standort in Niederrad auf und zieht in das wachsende Quartier Gateway Gardens draußen am Flughafen. 1100 Beschäftigte des Weltunternehmens werden im Jahr 2022 ihr Umzugsbündel schnüren. Auf dem Siemens-Gelände Lyoner Straße 27 baut die Nassauische Heimstätte dann 520 Wohnungen, eingebettet in einen Grünzug. 

Siemens gab am Donnerstag seine Entscheidung für Gateway Gardens bekannt. An der de-Saint-Exupéry-Straße, in unmittelbarer Nähe zur künftigen S-Bahn-Station, hat der Konzern ein 6500 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Dort sollen schon 2019 die Bauarbeiten für die neue Niederlassung beginnen. Siemens-Sprecherin Evelyn Necker nannte im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau mehrere Gründe, die für den Standort ausschlaggebend gewesen seien. Zum einen die gute Verkehrsanbindung sowohl an das öffentliche Netz wie auch an die Autobahnen. Die S-Bahn-Station Gateway Gardens nahebei soll schon 2019 eröffnet werden. Necker erwähnte aber auch einen großen Park in der Nähe der künftigen Niederlassung. 

Weder über den Kaufpreis des Grundstücks noch über die Investitionen in die Gebäude wollte Necker Angaben machen. 

Bei der Grundstücksgesellschaft Gateway Gardens freut man sich „über den Zuwachs und die Bereicherung für unseren Stadtteil“, sagt Jürgen Groß, geschäftsführender Gesellschafter von Groß&Partner, einem der drei Joint-Venture-Partner der Grundstücksgesellschaft. 

Durch Siemens erfährt Gateway Gardens noch einmal eine erhebliche Vergrößerung. Bisher arbeiten schon mehr als 5000 Menschen in dem Stadtteil, mit dessen Bau im Jahre 2008 begonnen worden war. 

Hinzu kommen jede Woche Tausende von Hotelgästen in bereits sieben Beherbergungsbetrieben. Vor 2008 waren die Flächen von der US Air Force als Wohngebiet für ihre Soldaten und deren Familien genutzt worden. 

Heute ist die Siemens-Niederlassung in Niederrad ein Vertriebs- und Service-Standort, und das soll sie auch am Flughafenstadtteil Gateway Gardens bleiben. Das Unternehmen hat bereits mit einer Ausschreibung begonnen, mit der ein Architekturbüro gesucht wird, das die Entwürfe für die neue Niederlassung liefert. Ein internationaler Architektenwettbewerb sei nicht geplant, sagt Sprecherin Necker – das ist ungewöhnlich für ein Projekt dieser Größenordnung. 

Auf dem Siemens-Gelände an der Lyoner Straße in Niederrad plant die Nassauische Heimstätte ein Quartier mit 520 neuen Wohnungen. Die Investitionen beziffert das Wohnungsbauunternehmen auf rund 129 Millionen Euro. Eine aufgelockerte Bauweise mit einzelnen Blöcken und umschlossenen Innenhöfen solle für Niederrad zum städtebaulichen Gewinn werden. Die heutigen Siemens-Bürogebäude und ein zugehöriges Parkdeck würden abgerissen. 

Das Grundstück ist rund 26 000 Quadratmeter groß. Damit setzt sich der Wandel der ehemaligen Bürostadt zu einem gemischt genutzten Quartier mit Wohnungen und Büros fort. 

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