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Das Rebstockbad ist in die Jahre gekommen. Die Stadt möchte es abreißen und für 86 Millionen Euro neu aufbauen.
Bockenheim
Frankfurt

Rebstockbad als Rutschenparadies

Von Nadine Benedix
12:47

Wir planen wesentliche Innovationen im Ortsbezirk“, kündigte Sportdezernent Markus Frank (CDU) am Montagabend an, als er in der Sitzung des Ortsbeirats 2 das städtische Bäderkonzept vorstellte. Ihm sei es wichtig, das Flagschiff Rebstockbad zu erhalten. „Ein Drittel aller Hallenbadgäste aus Frankfurt besuchen das Erlebnisbad“, pflichtete ihm Frank Müller, Chef der Frankfurter Bäderbetriebe, bei. „Für uns war die Abschaffung der Einrichtung deshalb keine Option.“

Platz schaffen für ein neues Rebstockbad

Abgerissen werden muss das aktuelle Rebstockbad trotzdem zunächst einmal – um Platz für ein neues zu schaffen. „Allein seit 2000 hat das Bad 20 Millionen Euro für Sanierungen gekostet“, erklärte Müller. Schon jetzt gäbe es massive technische Probleme. „Das Rebstock ist 35 Jahre alt, heute wird nach anderen Standards gebaut.“ Deshalb soll es an gleicher Stelle neu entstehen. Geplant ist, alle bisherigen Angebote wie Schwimmbecken, Saunalandschaft und Erlebnisbad mit insgesamt 2800 Quadratmeter Wasserfläche zu erhalten. „Wir überlegen derzeit, das Bad in eine Art Rutschenparadies zu verwandeln“, berichtete Müller. Für rund 86 Millionen Euro.

Im Ortsbeirat 2 stoßen die Sanierungspläne auf Wohlwollen: „Wir freuen uns sehr über die Pläne“, sagte Maria-Christina Nimmerfroh von der FDP-Fraktion. Die im Rebstockbad ansässigen Sportvereine wünschten sich darüber hinaus ein Zehn-Meter-Brett – bisher gibt es in Frankfurt keines. Ein entsprechender Antrag wurde vom Ortsbeirat noch in der Sitzung verabschiedet.

Die Stadt will nun mit der Planung des Neubaus beginnen. Fertig sollte dieser etwa 2024, 2025 sein, so Müller. Zunächst bleibt das alte Schwimmbad in Betrieb. Während der Bauarbeiten will die Stadt Ersatzmöglichkeiten zum Schwimmen anbieten. „Wir können uns vorstellen, das Hausener Schwimmbad mit einer Traglufthalle zu überbauen“, sagte Dezernent Frank. „Schulklassen und Vereine könnten dann dort trainieren.“

Zur Entlastung von Frankfurts Schwimmvereinen und Schulen soll überdies ein Schwimmsportzentrum namens Goethebad beitragen. Das soll in Kooperation mit der Goethe-Universität auf dem Gelände des Sportcampus an der Ginnheimer Landstraße entstehen. Vorgesehen sind ein 50-Meter-Becken sowie ein bis zwei weitere Lehrbecken.

Dort sollen Studenten, Mitglieder von Sportvereinen und die Schüler der Stadt schwimmen gehen können. „Wir wollen die Synergien zwischen Stadt und Universität nutzen und einen Ort für professionellen Schwimmsport schaffen“, sagte Dezernent Frank.

Das Zentrum solle vor allem für den Schwimmunterricht der Frankfurter Schulen genutzt werden. Anstatt marode Schulschwimmbäder zu sanieren oder neue zu bauen, will die Stadt über kurz oder lang den Schwimmunterricht in das neue Schwimmzentrum auslagern. „Wir hätten dort sehr viel bessere Trainingsmöglichkeiten und könnten die Wasserflächen besser nutzen“, findet Frank. So ständen die Schulschwimmbäder derzeit am Wochenende und in den Ferien häufig leer. „Wir halten eine solche Zusammenlegung für sehr sinnvoll“, sagte Müller. Bestehende Schulschwimmbäder müssten deshalb jedoch nicht schließen.

Zudem habe die Stadt entschieden, die Betreuung der Frankfurter Schulschwimmbäder an die Bäderbetriebe zu übertragen, erklärte Frank. So sollen die Bäder besser genutzt und Schulhausmeister entlastet werden.

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