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Die Hostatoschule bekommt einen Anbau.
Frankfurt-Höchst
Frankfurt

Lernen auf der Baustelle

Von George Grodensky
11:08

Die Hostatoschule bekommt endlich eine eigene Mensa. Architekt Christian Nasedy hat die Pläne am Dienstagabend im Ortsbeirat 6 vorgestellt. Die Hostato ist eine der Pakt-im-Nachmittag-Grundschulen mit 470 Kindern aus 40 Nationen. Wegen fehlender Räume müssen die Schüler allerdings das Mittagessen schichtweise in Klassenräumen oder im Gang einnehmen. Das wird sich ändern.

Acht Millionen Euro investiert die Stadt in einen Schulanbau. Als Passivhaus und barrierefrei. Außer Küche und Speisesaal sollen Zimmer für die Nachmittagsbetreuung, Mehrzweck- und Verwaltungsräume entstehen. Platz ist auf dem Schulgelände eigentlich nicht. Daher ist die Stadt einem Vorschlag der SPD aus dem Ortsbeirat 6 gefolgt. Sie schließt die Unterführung unter der Leunastraße zum Industriepark.

Als Ersatz kommt eine Ampelanlage an die Ecke von Hostato- und Leunastraße. Dadurch wird das recht große Bauwerk am Kopf der Unterführung überflüssig, das ein Treppenhaus, eine große Rampe für Radler und Technikräume beherbergt. Das darf Architekt Nasedy abreißen lassen. Der freut sich sichtbar darüber. Vor Jahren hat er einen ähnlichen Vorstoß unternommen. Damals wollte die Stadt die Unterführung aber erhalten. Nun steht jedoch ebenfalls der Bau der Regionaltangente West an. Die Trasse der neuen Schienenverbindung führt an der Leunastraße entlang. Damit muss die Stadt die Unterführung ohnehin stilllegen.

Der Anbau erfolgt im laufenden Betrieb

Das Unterführungshäuschen gleicht einem Eisberg, sagt Nasedy. Nur ein Sechstel liege über der Erde. Den ganzen imposanten Unterbau lässt der Architekt einfach stehen. Er bildet sozusagen ein Kellergeschoss für den neuen Anbau der Schule, als Material- oder Stuhllager.

Den Anbau hat Nasedy mit dem Denkmalamt ausbaldowert. Die Hostatoschule sei ein repräsentativer Bau aus der Gründerzeit, schwärmt Nasedy. Der Anbau soll die erhabene Architektur des Altbaus zitieren, findet Nasedy. Zumindest die Fassade zur Hostatostraße hin bekommt einen Renaissance-Giebel, die Fensterproportionen sind die gleichen wie bem Altbau. Es muss ja auch zur umliegenden Bebauung passen. Nasedy schwärmt regelrecht von den Villen auf der anderen Straßenseite.

Die Fassade zur Leunastraße hin will Nasedy etwas moderner halten. Mit zeitgenössischer Formensprache, glatten Wänden und großen Flächen. Ganz wagemutig soll die rückwärtige Wand zum Schulhof hin sein. Dort steht ein alter Baum, „den wir unbedingt erhalten wollten“. Darum weicht das Gebäude an dieser Stelle zurück, bildet einen Halbkreis um den Baum.

Der Gastraum im Erdgeschoss soll nicht nur für die Schule zu nutzen sein. Dort könnten auch außerschulische Veranstaltungen unterkommen, sagt Nasedy. Darum gibt es einen Zugang von der Leunastraße aus. Der Anbau bietet zudem zwei Obergeschosse und ein ausgebautes Dach.

Mit Aussagen zum Zeitplan halten sich die Planer noch zurück. Die Bauanträge sind gestellt. Erst muss die Stadt aber die neue Ampelanlage umsetzen. Strittig sei da nichts, versichert der Architekt. Die Ämter müssten sich aber intensiv abstimmen. Im Frühjahr könnte es so weit sein, sagt Nasedy.

Die Bau- und Finanzierungsvorlage dafür ist auch schon eingereicht, sagt Gesa Kaiser vom Amt für Bau und Immobilien. Sobald die Ampel steht, kann es losgehen. Nasedy rechnet mit zwei Jahren Bauzeit. Auslagern wird die Stadt die Schule nicht. Der Anbau erfolgt im laufenden Betrieb. Die Schüler lernen auf der Baustelle.

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