© Michael Schick (Michael Schick), FR
Spielplatz im Stadtpark Höchst: Nora (3), Bellamy (6), Janet (7 Monate) mit Papa Edwin erkunden die Kletteranlage.
Höchst
Frankfurt

Klettern am Fontänenteich

Von Laura Franz
14:57

Idyllisch gelegen neben dem Fontänenteich, wo die Äste der Weiden bis ins Wasser ragen, erstreckt sich seit 2014 ein neuer Spielplatz im Höchster Stadtpark. Die Gestaltung eines Areals für Kinder und Jugendliche war die erste Etappe der rund dreijährigen Grunderneuerung der Grünanlage – und der Vergnügungsbereich hat sich bereits fest etabliert.

„Hier ist immer was los. Das Spielangebot wird sehr gut angenommen“, sagt die Höchster Kinderbeauftragte Heike Karassavidis. Sie wohnt gleich neben dem Stadtpark im Oberfeld und kommt mehrmals wöchentlich zum Joggen in die Anlage.

Für rund 750 000 Euro ist der Spielplatz vor vier Jahren neu angelegt und mit reichlich modernen Spielgeräten ausgestattet worden. Zehn Spielelemente und vier Sportflächen stehen den Besuchern heute zur Verfügung. Die Bereiche sind nach Altersgruppen eingeteilt, durch niedrige Mauern voneinander abgetrennt, die zugleich als Sitzgelegenheiten dienen. So können sich die Jugendlichen auf dem Bolzplatz, dem Basketballfeld oder an den Tischtennisplatten vergnügen, während die jüngeren Kinder auf den Reifenschaukeln, dem Karussell oder der Wasserspielanlage auf ihre Kosten kommen. Ein Höhepunkt ist die große, auf zwei Bereiche aufgeteilte und in verschiedene Schwierigkeitsgrade unterteilte Kletterlandschaft mit Netzkonstruktion, Aussichtsplattformen und integrierten Rutschen.

Neben dem Spielplatz auf dem Luciusplatz am anderen Ende des Stadtteils sei der Stadtpark jetzt die beliebteste Anlaufstelle für Familien mit Kindern in Höchst, beobachtet die Kinderbeauftragte Karassavidis. Das kann auch der Familienvater Frank Alter bestätigen, der am Wochenende oft mit seiner kleinen Tochter im Stadtpark unterwegs ist. „Den Kindern gefällt es hier“, sagt er. „Bei Sonnenschein herrscht richtiger Trubel.“ In der unmittelbaren Nähe gäbe es sonst keine Spielplätze, daher sei die Neugestaltung des Parkareals für ihn und seine Familie als direkte Anwohner wichtig gewesen. „Nun mangelt es den Kindern an nichts mehr, hier findet wirklich jeder das passende Spielgerät“, findet der Vater.

Während die Kinder toben, können es sich die Erwachsenen im schattigen Grün gemütlich machen, etwa auf der weitläufigen Liegefläche, die sich im Sommer hervorragend für ein Picknick eignet. Zudem sind unzählige weiße Holzbänke rings um den von Weiher und Allee umgrenzten Spielplatz aufgestellt. Über ihnen thronen die alten Bäume aus der Gründungszeit des Parks um 1908.

Auf einer der Bänke sitzt Gertrud Gründerle und liest. Die 88-Jährige kommt oft in den Park und sieht den Kindern beim Spielen zu. Sie erinnert sich noch an jene Zeit, in der sie selbst zum Toben in den Stadtpark kam; das war in den Dreißigerjahren. „Damals sah hier alles ganz anders aus“, erzählt sie. Da hätte es anstelle der Skate-Fläche einen Schwimmbereich gegeben und auf dem Weiher sei man Tretboot gefahren. Aber einen richtigen Spielplatz, den hätte es nicht gegeben. „Das haben sie hier wirklich toll gemacht – so vielseitig. Sowas hätte ich mir als Kind auch gewünscht“, sagt die Seniorin und lacht herzlich.

Der Bau des neuen Spielplatzes wurde aus Mitteln des Förderprogramms Innenstadt Höchst finanziert. Die Umgestaltung der 14,6 Hektar umfassenden Parkanlage soll Höchst auch als Wohnort attraktiver machen. Für die Jugend habe der Stadtteil im Frankfurter Westen aber durchaus noch mehr zu bieten, betont die Kinderbeauftragte. Sie verweist auf die beiden Spielplätze am Main – auf Höhe des Höchster Schlosses und bei der alten Schiffsmeldestelle. „Die sind zwar nicht so groß, aber sehr gepflegt“, sagt Karassavidis. Beliebte Anlaufstelle, gerade für Schüler der Paul-Ehrlich-Schule, sei auch der schon erwähnte Spielplatz an der Luciusstraße.

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