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Der Biologe Bernd Herkner, Leiter des Senckenberg-Museums, erklärt Dino-Statik mit Wasserflaschen.
Kinder-Uni in Frankfurt
Frankfurt

Kinder und Dinosaurier kommen in den Hörsaal

Von Nathanael Häfner
10:07

Im Sonnenschein klettern Studierende auf den „Body of Knowledge“ vor dem Audimax. Weiße Schriftzeichen formen einen großen Oberkörper. So groß wie die Dinos ist er aber bei weitem nicht. Und um die dreht sich heute alles am zweiten Tag der Kinder-Uni. „Meine Oma und mein Opa haben mir schon ganz viel über Dinos erzählt“, sagt Philipp (9). Noch mehr kann nur der Biologe Bernd Herkner vom Senckenberg-Museum im vollen Hörsaal berichten.

„Wie lange hat es gedauert, bis die Dinos neue Zähne hatten?“, fragt Herkner. Richtig ist: vier Wochen. Wer grüne Ja-Karten hochgehoben hat, jubelt, teilweise ekstatisch. Des Öfteren bittet Herkner um Ruhe, solche Szenen spielen sich im Audimax für gewöhnlich nicht ab.

Kinder-Uni in Frankfurt: Staubsauger wird zum Dinosaurier

Herkner leitet das Senckenberg-Museum und präsentiert kindgerecht. Auf der Bühne mutiert der Staubsauger kurzerhand zum Dinosaurier, um die Vorteile des langen Halses zu illustrieren. Wegen der Länge mussten die schweren Dinos sich nicht viel bewegen. Auch der Diplodocus nicht. Warum der zehn Tonnen schwere Dino nicht nur einen langen Hals, sondern auch einen kleinen Kopf hatte, veranschaulicht Herkner mit Wasserflaschen.

Er sucht Freiwillige aus den vorderen Reihen aus, woraufhin Kinder hinten buhen. Sie hätten gerne mitgemacht. Die drei Glücklichen sollen Flaschen halten. Am längsten hält ein Junge durch, der die Flasche direkt am Körper hält, die anderen beiden Mädchen hatten sie seitlich sowie über dem Kopf gehabt. „Deswegen hatten die Dinos mit den längsten Hälsen nur kleine Köpfe“, sagt Herkner.

Kinder-Uni in Frankfurt begeistert Kinder

Unruhig werden die Studierenden in spe auch, als der Biologe mehrere Sekunden lang einen Dinofußabdruck aus Pappe entfaltet – mit 1,70 Meter Durchmesser. Die Spuren aus Australien sind bisher noch keinem Saurier zugeordnet. „Ich brauche sechs Kinder“, sagt Herkner. Immer mehr Kinder strömen nach vorne. Am Ende haben sich 13 Kinder auf dem Abdruck versammelt, die der unbekannte Riesendino mühelos mit einem Fuß zerquetscht hätte. Zum Glück kann er das nicht mehr, denn derart begeisterte Kinder kann die Universität gut gebrauchen.

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