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Unterricht in Hessen: Wie oft er ausfällt, weiß der zuständige Minister nicht so genau.
Nied
Frankfurt

Mehr Betreuungsplätze für den Frankfurter Westen

Von Laura Franz
13:11

Bildung ist Zukunft“ – das sieht ein Großteil der Nieder Bürger so, wie aus einer Umfrage des SPD-Ortsvereins im Dezember hervorging. Unter diesem Motto stand deshalb das dritte SPD-Forum im Saalbau Nied. Insbesondere die Entlastung der Grundschulen und der Bau eines Gymnasiums waren Themen.

Um 20 Prozent stiegen die Schülerzahlen in den vergangenen fünf Jahren„Wir haben das auf dem Schirm und arbeiten daran“, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Sieben Schulen wurden in den jüngsten beiden Jahren eröffnet, eine davon im Westen – die Römerhof-Schule am Rebstockpark.

Das neue Gymnasium, das sich noch im Aufbau befindet, soll zudem die anderen Gymnasien im Westen entlasten, ist den Nieder Bürgern aber zu weit entfernt. Sie fordern ein eigenes Gymnasium. „Zurzeit haben wir keine weiterführende Schule im Stadtteil“, bedauert die Nieder SPD-Stadtverordnete Milli Romic. Viele Eltern bemängeln, dass ihre Kinder bis zum Römerhof mehrmals umsteigen müssten oder rund eine Stunde mit der Buslinie unterwegs seien.

Laut Fahrplan sollten die Kinder nur 21 Minuten bis zu Schule brauchen. „Das sieht in der Realität anders aus“, moniert eine Mutter. Auch liege die Bushaltestelle rund 500 Meter von der Schule entfernt. „Mein neunjähriger Sohn muss dann noch eine stark frequentierte Straße überqueren, das darf nicht sein“, meldet sich ein Vater zu Wort. Er wünscht sich eine Verlegung der Haltestelle.

Für Weber haben Grundschulen Priorität

Weber verspricht, dies prüfen zu lassen und sich für eine höhere Taktung der Busse einzusetzen, stellt bezüglich eines Gymnasiums aber klar: „Die Grundschulen haben Priorität.“ An Gymnasialplätzen mangele es nämlich nicht.

„Die Karl-von-Ibell-Schule in Unterliederbach platzt aus allen Nähten“, bestätigt Alexander Schott von der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 6. Auch an der Friedrich-List-Schule in Nied fehle ein Klassenraum. Die geplante neue Grundschule am Römerhof soll entlasten, auch in Unterliederbach soll eine entstehen. Container und Holzmodule sollen kurzfristig zum Einsatz kommen. Außerdem ist eine Begehung der Grundschulen geplant, bei der gesichtet werden soll, welche Einrichtungen dringend erweitert und saniert werden müssen.

Auch das Thema Betreuung bereitet den Niedern Sorgen. Ob Kita, Hort oder Nachmittagsbetreuung – überall fehlen Plätze. Erzieherstellen bleiben unbesetzt, weil es an qualifiziertem Personal mangelt. Die Sprachbarriere sei ein Problem, sagt eine Mutter. „In der Klasse meines Sohnes sind 27 Kinder aus elf Nationen untergebracht, denen ein Lehrer zugeteilt ist – da bleibt der Unterricht auf der Strecke.“ Eine intensivere Betreuung, auch hinsichtlich der Sprachförderung, sei gefragt. „Zunächst müssen aber erstmal genug Plätze für alle zur Verfügung stehen“, meint eine andere Mutter. Weber liegen zwar noch keine finalen Ergebnisse vor, „aber es sollen zeitnah Betreuungsplätze für den Westen geschaffen werden“, sagt sie. Etwa durch ein Ganztagskonzept für die Grundschulen.

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