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Nied feiert den 800. Jahrestag der ersten urkundlichen Nennung.
Nied
Frankfurt

Wasserspiele statt Feuerwerk

Von George Grodensky
09:24

Ein Wasserstrahl schießt in den dunklen Nachthimmel empor, begleitet von Musik und Licht. An anderer Stelle schießt ein weiterer Strahl empor und noch einer. Majestätisch sieht das aus, wie bei den Wasserspielen im französischen Prunkschloss Versailles. Die Feuerwehr Nied ist verantwortlich für das kreative Spektakel. Die Wasserspiele sollen den Samstagabend der anstehenden 800-Jahr-Feier krönen.

„Ein Feuerwerk wollten wir nicht“, sagt Hauke Hummel, der Vorsitzende des Vereinsrings. Bei der aktuellen Hitze und Trockenheit wäre es womöglich ohnehin ins Wasser gefallen. Dann lieber gleich die Feuerwehr spritzen lassen. Los geht die Feier am Samstag, 8. September, 13.30 Uhr, mit einer ökumenischen Andacht der Nieder Kirchen auf dem Hof der Panoramaschule, Werner-Bockelmann-Straße 3. Von 14 bis 18 Uhr gehört die Bühne den Vereinen des Stadtteils. „Sie können sich präsentieren“, sagt Hummel.

Bislang haben sich die Karnevalisten angekündigt, auch Musikgruppen der Fridtjof-Nansen-Schule. Die Abteilungen Karate, Judo und Kickboxen der SG Nied zeigen Sportliches. Der Männergesangsverein singt. Und die Rednerliste ist noch nicht geschlossen. Wer also noch einen Vortrag anmelden möchte, kann das tun.

 

Am Abend spielt dann die Partyrockband „Was’n?“, die in Nied bereits bekannt ist. Um 22 Uhr folgt die große Choreographie der Feuerwehr. Womöglich werden auch Schauspieler des Volkstheaters auftreten. Spruchreif ist das noch nicht, naheliegend wäre es. Hummel ist nicht nur Vereinsringvorsitzender, er ist auch Geschäftsführer des Volkstheaters.

Auf jeden Fall plant der Impresario, einen Workshop für Nieder Grundschulkinder anzubieten. In den Herbst- oder Weihnachtsferien sollen sie die Grundlagen der Theaterwelt kennenlernen. Die Lehre übernehmen Silvia Tietz und Andreas Walther-Schroth, zwei Schauspieler mit viel Erfahrung, auch in Theaterpädagogik.

„Theater ist die kompletteste aller Künste“, sagt Hummel träumerisch. Theater ist umfassend. Da geht es um Sprache, um Rhythmus, ums freie Reden, es geht um Bewegungen, ums Körpergefühl, um inneres und äußeres Geschehen, darum, Text zum Leben zu erwecken.

Nach dem Nieder Sommerfest geht es für das Volkstheater weiter. Am 25. Oktober steht die Premiere von Adolf Stoltzes „Dodgeschosse“ an.

Anfang September beginnen die Proben in der Katakombe am Zoo. Eine eigene Spielstätte oder Probebühne kann das Volkstheater nicht vorweisen. Irgendwann soll es im Bolongaropalast in Höchst unterkommen. Den saniert die Stadt gerade. Bis das abgeschlossen ist, tingelt die Gruppe. Geprobt wird, wo es gerade geht. Die Premiere steigt diesmal in Eschborn.

Überhaupt läuft das Projekt mit Verspätung an. Hummel musste lange um die Finanzierung ringen. Das ist die Kehrseite des Theaters: Es ist kein einfaches Geschäft. Aber Hummel kann sich nichts Schöneres vorstellen. Außer vielleicht: Theater mit gesicherter Finanzierung natürlich.

Zurück zur 800-Jahr-Feier: Der Sonntag bietet einen Frühschoppen von 11 bis 15 Uhr. Das Duo „Frankfurter Zweierlei“ tritt auf und spielt unter anderem sein Erfolgsstück „Nieder Kind“. Zum ersten Mal vor Ort. Zu Gast ist auch das Hessische Landespolizeiorchester. Und wenn es passt, lassen die Nieder Luftballons steigen. Gerne 800, zur Not weniger. Das Vorhaben ist recht komplex. Hummel muss am Tag selbst dauerhaft Kontakt zur Flugsicherung halten. Nur wenn der Luftraum frei und die Windrichtung günstig ist, können die Ballons starten.

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