© Boris Roessler (dpa), FR
Polizisten begleiten einen der ehemaligen Bewohner des geräumten Frankfurter Slums.
Obdachlose
Frankfurt

Slum im Frankfurter Gutleut ist geräumt

Von Danijel Majic, Jonas Nonnenmann, Hanning Voigts
08:22

In Frankfurt ist am Montagmorgen ein Lager mit Bretterbuden geräumt worden, in denen Roma aus Rumänien lebten. 

Auf dem Gelände hatten sich rund 30 Obdachlose aus Rumänien in provisorischen Bretterbuden eingerichtet. Es handelt sich vor allem um Roma. 

Laut einer Pressemitteilung von Polizei und Amtsgericht informierte ein Gerichtsvollzieher die Bewohner um 6:30 Uhr morgens über die anstehende Räumung. Angetroffen worden seien nur 14 Erwachsene und ein Jugendlicher.  Mitarbeiter des Jugend- und Sozialamts der Stadt Frankfurt am Main sind ebenfalls mit einem Dolmetscher vor Ort.

Viele der Bewohner des Slums verlassen bereits um 4 Uhr morgens das Gelände, um Pfandflaschen oder Altmetall zu sammeln, wie einer der Bewohner kürzlich berichtete. Es ist deshalb gut möglich, dass viele Menschen noch nicht wissen, was sie bei der Rückkehr in ihr provisorisches Zuhause erwartet. 

Am späten Morgen begannen die ersten Bewohner, mit dem Fahrrad ihre wenigen Habseligkeiten abzutransportieren. 

Laut Sozialdezernat werden die Bewohner jetzt erst einmal zum Sozialamt gebracht, um ihre Ansprüche auf Sozialleistungen zu prüfen. Danach sollen sie zunächst in der Notunterkunft Ostpark unterkommen. Nach Informationen von Joachim Brenner, Geschäftsführer des Fördervereins Sinti & Roma, sollen die Bewohner in Sammeltaxis abgeholt werden. 

Die Eigentümerin der Fläche, der Chemiekonzern Ferro, hatte nach FR-Informationen bereits im April die Erlaubnis zur Räumung erwirkt, wollte diese aber zunächst aus Rücksicht auf die Bewohner nicht durchsetzen.

Hier finden Sie einen heute in der FR erschienenen Text über einen der Bewohner des Slums.  (mit epd) 

 

 

Lesen Sie weitere Berichte aus Gutleutviertel   Zur Startseite
Schlagworte