© Peter Juelich, FR
Verlagsgründer Arne Winkelmann in seinem Rödelheimer Büro.
Rödelheim
Frankfurt

Architektur verständlich machen

Von Dominik Brück
15:16

Statt in einem großen Verlagsgebäude mit zahlreichen Büros in der Innenstadt zu residieren, befindet sich die Schaltzentrale des Buchverlags Antaeus in einem ganz gewöhnlichen Wohnhaus in Rödelheim – genauer gesagt, im Arbeitszimmer von Arne Winkelmann. „Es ist eben eine One-Man-Show in den eigenen vier Wänden“, beschreibt der Verlagsgründer sein Unternehmen.

Seit sechs Jahren verlegt Winkelmann Bücher zum Thema Architektur, an denen er meist selbst mitschreibt. Da der Verlag noch nicht genug Gewinn erwirtschaftet, um alleine davon leben zu können, ist der promovierte Architekt zusätzlich im Deutschen Architekturmuseum tätig und bietet Stadtführungen an. „Es ist erstaunlich, dass jeder Mensch permanent Architektur nutzt und dennoch oft keine Ahnung davon hat“, sagt Winkelmann. „Das zu ändern sehe ich als meine Berufung an.“

Das Programm seines Verlags ist daher darauf ausgerichtet, Fachwissen verständlich an Laien zu vermitteln. Der Großteil der bisher veröffentlichten Bücher richten sich dabei an Kinder und Jugendliche, da Winkelmann hier zwar einen Bedarf, aber kein gutes Angebot sieht: „Das Thema Bauen in Kinderbüchern ist meistens eine Katastrophe, da es nur darum geht große Bagger und andere Baumaschinen zu zeigen.“ In seinen Kinder- und Jugendbüchern, die er bisher in Kooperation mit der Gesellschaft der Freunde des Deutschen Architekturmuseums verlegt hat, dreht sich im Gegensatz dazu alles um die Bauwerke und ihre Besonderheiten.

Mit anschaulichen Bildern und einfachen Erklärungen werden in den handlichen Büchern zum Beispiel bekannte Frankfurter Museen, Brücken und Hochhäuser wie die Schirn, der Eiserne Steg oder der Commerzbank-Tower erklärt. Neben den Besonderheiten der Bauweise erfahren die Leser dabei auch einiges zur Geschichte der Bauwerke. „Kinder und Jugendliche identifizieren sich so besser mit ihrer Stadt, indem sie die Gebäude kennen und benennen können“, sagt Winkelmann. „Ich habe auch Rückmeldungen von Eltern bekommen, die beim Vorlesen ein Interesse daran entwickelt haben.“

Auch von seinen eigenen Kindern erfährt der Verlagsinhaber regelmäßig, welche Ideen für ein neues Buch gut ankommen. Darüber hinaus ist sich Winkelmann aufgrund seiner eigenen Erfahrungen sicher, dass auch in Zeiten des Internets das Buch gerade für Kinder immer ein wichtiges Medium bleiben wird: „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, meinen Kindern abends im Bett von einem Tablet vorzulesen.“ Kinder und Jugendlichen sollen daher eine wichtige Zielgruppe für den Antaeusverlag bleiben, zumal das Kinderbuch „Himmelstürmend“ über Frankfurter Hochhäuser mit 1500 verkauften Exemplaren bisher die erfolgreichste Veröffentlichung des Verlages ist.

Für das wachsende Programm sind für das kommende Jahr dennoch mehr Bücher für Erwachsene geplant. Das Ziel, Architektur verständlich zu machen, wird jedoch hiervon nicht verändert: „Ich bin Idealist und möchte einfach, dass solche Werke in die Welt kommen“, sagt Winkelmann. „Man braucht wie bei einem Gebäude eben manchmal nur eine einzige Tür, um einen Zugang zum Ganzen zu bekommen.“

Weiter Infos im Internet unter www.antaeusverlag.de

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