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„Patrick O.J. Moore und Band“ spielen vor dem „ORTells dieses und jenes“ im Jahr 2015.
Rödelheim
Frankfurt

Rödelheimer Musiknacht

Von Elke Janning
12:25

Keine großen Bühnen, keine technisch aufwendigen Musikanlagen und keine Bierwagen: Wenige Stunden vor Beginn der Rödelheimer Musiknacht, die am Samstag, 26. Mai, 17 Uhr, startet, wird im Stadtteil kaum etwas von der Veranstaltung zu sehen sein. Dies sorgte in der Vergangenheit für Verwirrung bei Passanten, erinnert sich Heike Hecker vom Quartiersmanagement Rödelheim-West. Doch sei die Musiknacht eben kein großes Stadtteilfest, sondern ein kleines Musikfest. Es lebe von Kooperationen, Improvisationen, Kreativität und Heiterkeit.

62 Acts, darunter Künstler, Interpreten und Bands, sind an 28 Orten im Stadtteil zu hören. Gastgeber der Konzerte sind Privatleute, Betriebe, Vereine und soziale Institutionen. Die Musiker spielen ohne Gage, bringen eigene Instrumente und Equipment mit. Diese werden meist erst kurz vor Konzertbeginn aufgebaut, dann geht es los. Darin sieht Florian Gebhardt, Gitarrist und Songwriter der Alternative-Rock-Band „Phonoskope“, das Besondere der Veranstaltung: „Die Musiknacht ist keine streng durchorganisierte Veranstaltung, sondern ganz unkompliziert. Weil einfach jeder mit anpackt.“ Dass spontan auf der Straße getanzt wird, macht für Gebhardt den besonderen Charme aus. Er und seine vier Bandkollegen sind von 18 bis 19 Uhr in „Bella’s Stübbche“ in der Hattsteiner Straße, zu sehen und zu hören.

Zum Konzept der Rödelheimer Musiknacht gehört auch die Selbstversorgung der Besucher. Pommesbuden, Bratwurststände oder Bierwagen wird es nicht geben. Einige Gastgeber boten in den vergangenen Jahren Kleinigkeiten für Freunde und spontan für neue Bekanntschaften an, erzählt Hecker. Wer nichts dabei hat, könne auf das Angebot umliegender Supermärkte, Kneipen und Cafés zurückgreifen. Entscheidend sei der nicht-kommerzielle Grundgedanke. Der Eintritt ist frei. „Alle an der Organisation und Durchführung beteiligten Bürger engagieren sich ehrenamtlich. Die Musiknacht soll keine Plattform für gesellschaftliche oder politische Initiativen sein.“ Finanziert wird das Fest zum großen Teil durch das „Frankfurter Programm – aktive Nachbarschaft“ sowie durch das Quartiersmanagement Rödelheim-West der Diakonie Frankfurt.

Der Orgelspieler Sven Wortmann ist seit der ersten Musiknacht dabei. Während die Stummfilm-Komödie „College – Der Musterschüler“ von Buster Keaton auf der Leinwand der Rollschuhbahn am Brentanobad zu sehen sein wird, begleitet Wortmann sie auf der digitalen Theaterorgel. Seit vier Wochen probt er den Auftritt, der von 22 bis 23 Uhr stattfindet. So will er sichergehen, dass Geräusche und Musik im passenden Moment einsetzen. „Ich möchte in traurigen und witzigen Film-Momenten natürlich den richtigen Zeitpunkt treffen, um die Zuschauer zum Weinen oder Lachen zu bringen.“

Das Programm der Musiknacht gibt es unter www.roedelheimer.de oder www.roedelheimer-musiknacht.de.

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