© Christoph Boeckheler, FR
Der Rödelheimer Fotokünstler Halil Virit mit einem seiner Bilder.
Rödelheim
Frankfurt

Skyline aus besonderen Perspektiven

Von Elke Janning
12:50

Wenn Halil Virit nachts mit seiner Spiegelreflexkamera unterwegs ist und die Frankfurter Skyline fotografiert, fasziniert ihn deren Anblick noch immer. Besonders die Lichter der Stadt beeindrucken den Rödelheimer. Anfangs machte er Bilder, auf denen nur die Skyline zu sehen war. Mit der Zeit entdeckte der 35-Jährige jedoch neue Perspektiven an verschiedenen Orten, setzte die Hochhäuser der Stadt so in Relation zu dortigen Objekten.

So entstand in Steinbach ein Foto, das Strommasten im Vordergrund der nächtlichen Skyline zeigt. „Ohne Strommasten gäbe es keine Beleuchtung in der Stadt. Das Foto soll zur Diskussion anregen“, so der Fotograf. Ein anderes Bild zeigt die Skyline vom Westbahnhof aus, im Vordergrund S-Bahn-Schienen. „Weil ich den Kontrast mag, verstärke ich die Farben durch die Bearbeitung der Bilder. Dadurch setze ich Akzente“, so Virit. Eine Ausstellung mit 28 Fotografien der nächtlichen Skyline ist nun in der Stadtteilbibliothek Rödelheim zu sehen.

Auch auf Instagram zeigt er seine Werke

Um die Skyline aus besonderen Perspektiven einzufangen, geht Virit mitunter ungewöhnliche Wege. An einigen Hotelrezeptionen in der Stadt fragte er nach der Erlaubnis, vom Dach aus zu fotografieren. Schon immer schlug sein Herz für die Fotografie. Zunächst machte er Bilder mit seinem Handy. Vor sechs Jahren schnappte Virit sich dann zum ersten Mal die Spiegelreflexkamera seines Bruders. „Ich habe es einfach ausprobiert und mir das Fotografieren selbst beigebracht“, erzählt er. Neben der Skyline fotografiert er Freunde und Familie. Er macht Porträt- und Tierfotos sowie Bilder auf Hochzeiten. Auch auf Instagram zeigt er seine Werke.

„Einen kreativen Beruf kann ich mir für Halil einfach sehr gut vorstellen“, sagt Heiko Lüßmann, Leiter von RaUM Einrichtung für Kinder und Teenies. Er kennt Virit seit dessen Kindheit. Der Fotograf ist in Rödelheim aufgewachsen, nahm damals täglich an Veranstaltungen der Einrichtung teil. Schon als kleiner Junge habe er Michael Jackson imitiert und den Moonwalk vorgemacht, erzählt Lüßmann lächelnd.

Der Einrichtungsleiter sei wie ein zweiter Vater für ihn, sagt Virit. Deshalb habe er ihm 2017 einen von 15 Kalendern mit seinen Fotos der nächtlichen Skyline vorbeigebracht. Lüßmann war begeistert von den Aufnahmen, initiierte daraufhin die Ausstellung. Halil Virit arbeitet in einer Druckerei, stellt dort unter anderem Visitenkarten her. Sein Traum ist es, in Zukunft hauptberuflich zu fotografieren. Seine Schwester empfahl ihm, einmal die Heimat der Eltern zu fotografieren, die Stadt Maras in der Türkei. Dort sei er das letzte Mal vor 17 Jahren gewesen. „Das wäre wirklich toll“, sagt Virit.

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