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Hinter dem Hortensienring sollen neue Wohnungen entstehen. Im Areal Parkstadt II.
Wohnungsbau in Frankfurt
Frankfurt

1000 neue Wohnungen in Unterliederbach

Von George Grodensky
10:01

Das Projekt Parkstadt II nimmt Gestalt an. 1000 neue Wohneinheiten will die Stadt hinter dem Hortensienring bauen, zwischen Silobad und Autobahn. Sagt Uwe Eisenmann. Der sitzt für die Wählergemeinschaft Frankfurt-West im Ortsbeirat 6. Kürzlich hat die Stadt den Mitgliedern des Gremiums die ersten Entwürfe vorgestellt. „Zu einem sehr frühen Zeitpunkt“, lobt Eisenmann. „Das Gespräch sollte ein erstes Meinungsbild des Ortsbeirates zu den neueren Planungsideen einholen“, sagt Kolja Müller vom Planungsdezernat. Details möchte er derzeit nicht preisgeben.

Lange hat die Entwicklung des Baugebiets wegen der Seveso-Richtlinie gestockt. Die regelt, dass Wohnen und Industrie Abstand halten müssen – bei neuen Bauvorhaben. Den Hortensienring und seine Nebenstraßen hat die Stadt mit Wohnungen versehen. Mit einem Bebauungsplan aus der Zeit vor Seveso.

Neue Wohnungen in Frankfurt: Gespräche laufen noch

Anfang des Jahres haben Stadt und Industrie neue Abstandsregeln besprochen. Nun könnte es weitergehen in der Parkstadt. Die Stadt bleibt aber vorsichtig. Einen „größeren Handlungsspielraum“ sieht Müller zwar. „Von einer gesicherten Bewältigung des Seveso-Themas kann aber derzeit noch nicht ausgegangen werden.“ Zumal die Stadt nicht autark agiere, sondern auf Zustimmung des Regionalverbandes Frankfurt / Rhein-Main angewiesen sei. „Die Gespräche sind noch nicht abgeschlossen“, sagt Müller.

Uwe Eisenmann ist da schon einen Schritt weiter. Die Entwürfe findet er durchaus gelungen. Der Fokus auf Wohnungen stört ihn aber. Die Stadt möge doch die Infrastruktur für das Quartier gleich mitplanen, wünscht er sich. Also Schulen, einen besseren Anschluss an den Nahverkehr und am besten auch die Westumgehung von Unterliederbach. Einen entsprechenden Antrag reicht er für die kommende Sitzung des Ortsbeirats ein.

Die Schulen des Stadtteils platzen aus allen Nähten, wirbt er für sein Anliegen. Und die Königsteiner und Gotenstraße seien überlastet. Wenn 1000 neue Wohnungen entstehen, ziehen wieder mehr Kinder in den Stadtteil und mehr Autos. Die Westumgehung scheint ihm die einzig verbliebene Möglichkeit, wenigstens die Straßen zu entlasten. Auch wenn er weiß, dass andere Ortsbeiratsmitglieder das anders sehen. Die Grünen finden etwa, dass neue Straßen neue Autos anziehen und somit mehr Verkehr schaffen.

Die Stadt plant derzeit ohne die Westumgehung, sagt Kolja Müller dazu. „Die Planungen zur Parkstadt II sehen unter anderem auch die Erstellung eines umfassenden Mobilitätskonzeptes vor.“ Das soll etwa die Zahl der Stellplätze, die die Stellplatzsatzung vorgibt, „satzungskonform reduzieren“. Durch Car-Sharing-Angebote, aber auch Quartiersgaragen und im Besonderen eine gute Anbindung an den ÖPNV.

Mit dem Bildungsdezernat stehen die Planer „in enger Abstimmung“ über den Bedarf an Schulplätzen.

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