© Renate Hoyer, FR
Michael Guntersdorf, Geschäftsführer der Dom Römer GmbH.
Städtische Bühnen
Frankfurt

„Die Voraussetzung ist der Konsens aller“

Von Claus-Jürgen Göpfert
13:46

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hat überraschend vorgeschlagen, den Geschäftsführer der Dom Römer GmbH, Michael Guntersdorf, mit der Leitung einer Projektgruppe zur Zukunft der Städtischen Bühnen zu betrauen. CDU und Grüne im Stadtparlament fühlen sich übergangen. Ein Gespräch zwischen CDU und SPD am Montag blieb ohne Einigung. Heute wird in der Koalitionsrunde weiter gerungen.

Herr Guntersdorf, in den vergangenen Tagen ist öffentlich sehr viel über Sie geredet worden. Deswegen ist es Zeit, Sie einmal selbst zu Wort kommen zu lassen. Sie sollen Leiter einer städtischen Projektgruppe zur Zukunft der Städtischen Bühnen werden. Stehen Sie für eine solche Aufgabe bereit?
Grundsätzlich kann ich mir das vorstellen, ja. Es würde dabei nur um eine Anlaufzeit gehen, in der ich das Projekt auf die Schiene setze. Da könnte ich sicherlich viel Erfahrung einbringen.

Sie sind von Kulturdezernentin Ina Hartwig angesprochen worden?
Das ist richtig, ja. Frau Hartwig hat mich gefragt, ob ich das machen würde.

Sie sind ja gegenwärtig noch als Geschäftsführer der städtischen Dom Römer GmbH gebunden und für die neue Altstadt zuständig, die Ende September mit einem großen Fest offiziell eröffnet wird.
Ja. Mein Vertrag dort reicht noch bis zum Jahr 2019. Und das ist sicherlich ein Problem. Denn bei der neuen Altstadt treten wir jetzt in eine Phase, in der die Sachen kommen, die Ärger machen und schwierig sind. Gewährleistungen, Klärungen mit Baufirmen. Die Altstadt muss bis 2020 abgerechnet werden. Das müsste man sicher bedenken. Aber es sind ja noch keine ernsthaften Gespräche über mein Engagement für die Städtischen Bühnen geführt worden. Es gibt dafür, dass ich antrete, allerdings eine grundsätzliche Voraussetzung.

Welche wäre das?
Die Grundvoraussetzung ist aus meiner Sicht der Konsens der politisch Handelnden im Römer über die Zukunft der Städtischen Bühnen. Sonst wird das nichts. Dieser Konsens scheint mir derzeit noch nicht gegeben. Aber entweder ziehen alle an einem Strang oder wir können es gleich lassen.

Was müsste noch geklärt werden?
Es müsste sicher klar sein, welches Personal für die Projektgruppe Bühnen zur Verfügung steht und welches Budget vorhanden ist. Es ist schon einmal von sechs Stellen für die Projektgruppe die Rede gewesen. Aber es gibt ja bisher noch keinen Vertragsentwurf.

Ihre Aufgabe wäre ja in jedem Fall sehr verantwortungsvoll und müsste entsprechend honoriert werden, oder?
Mir geht es nicht um mehr Geld für mich. Ich würde gewiss mit der gleichen Bezahlung klarkommen, die ich bisher habe.

Interview: Claus-Jürgen Göpfert

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