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Wahlrecht: Obst und Südfrüchte und vieles mehr auf dem Sachsenhäuser Wochenmarkt.
Wochenmärkte in Frankfurt
Frankfurt

Obst kaufen und Wein trinken

Von Judith Köneke
12:12

Der Wochenmarkt ist schon länger nicht mehr ein Ort, an dem nur eingekauft wird. Man trifft sich zum Wein trinken, zum essen in der Mittagspause oder bummelt von Stand zu Stand. Das hat eine Studie der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) ergeben, die im vorigen Jahr die Frankfurter Märkte unter die Lupe genommen hat. Die HFM-Managementgesellschaft für Hafen und Markt, die 27 Märkte an 22 Standorten betreibt, hatte die Studie in Auftrag gegeben.

Von den fast 1000 befragten Wochenmarktkunden seien die meisten regelmäßig auf einem oder mehreren Märkten unterwegs, sagt Monika Kollmar von der GMA. Vorwiegend Stammkunden, legten sie viel Wert auf Qualität und regionale Produkte, die meisten seien weiblich. Das Alter sinke im Vergleich zu früheren Studien, die Mehrzahl der Kunden sei allerdings immer noch 55 Jahre oder älter. Die meisten kommen laut der Studie zu Fuß, mit dem öffentlichen Nahverkehr oder mit dem Fahrrad zum Markt.

Ein Großteil der Händler ist als Kleinstunternehmer tätig und beschäftigt zwei bis drei Mitarbeiter, ergab die Befragung. Sie verkaufen ihre Ware seit vielen Jahren am gleichen Standort, überwiegend an Stammkunden. Die meisten von ihnen blickten positiv in die Zukunft.

„Insgesamt zeigte sich vor allem, dass es heutzutage Märkte mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Zielsetzungen gibt, die alle gut funktionieren und wichtige Funktionen erfüllen“, sagt Stadtrat Markus Frank (CDU). Egal, ob es nun der kleine Stadtteilmarkt mit geringer Händlerzahl, der Mittagsmarkt mit seinem Imbissangebot oder der große Innenstadtmarkt sei.

Damit ein Markt funktioniere, sollte jeder potenzielle Standort vorab geprüft werden, da verschiedene Kriterien erfüllt werden müssen, empfiehlt Kollmar. Hierzu zähle nicht nur ein Stromanschluss, eine ausreichende Standfläche und eine gute Erreichbarkeit mit dem Nahverkehr, sondern auch, dass sich mindestens fünf bis acht Händler fänden. Eine zentrale Lage, gute Qualität und große Produktauswahl spielten ebenso eine große Rolle. Immer wichtiger werde auch die Treffpunktfunktion für die Bevölkerung. Vor allem, weil immer mehr Kunden Wert auf regionale und frische Produkte legten, werde sich der Markt weiter behaupten, sagt Frank.

Dass einige Märkte, wie etwa in Sossenheim, in der Vergangenheit nicht gut liefen, sei schwer zu begründen, sagt HFM-Geschäftsführer Herbert Janicke. Das hänge von vielen Faktoren ab, wie dem wirtschaftlichen Umfeld und den Bewohnern. Die neuesten Märkte in Ginnheim und an der Friedberger Warte waren noch nicht Teil der Analyse. Während man mit dem an der Warte zufrieden sei, klappe es in Ginnheim noch nicht wie erhofft. Doch erst nach einem Jahr könne man sicher sagen, ob ein Markt funktioniere.

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