© Rolf Oeser, FR
Die Öffentlichkeit bleibt ausgesperrt: die Spitze des Henninger-Turm-Hochhauses.
Henninger Turm in Frankfurt
Frankfurt

Weiter warten auf die Aussicht

Von Claus-Jürgen Göpfert
08:00

Die Öffentlichkeit bleibt aus dem Henninger Turm Hochhaus weiter ausgesperrt. Die angekündigte Eröffnung der Aussichtsplattform und des Restaurants an der Spitze am Samstag, 1. September,  kommt nicht zustande. „Es steht noch kein Datum fest“, sagt ein Sprecher des Frankfurter Star-Gastronomen Christian Mook gegenüber der FR.

Mook hatte die Eröffnung des Restaurants „Franziska“, das den Namen seiner Großtante trägt, für Herbst 2017 angekündigt. Doch das 140 Meter hohe Hochhaus mit seinen 207 Luxus-Eigentumswohnungen hinkt weit hinter dem ursprünglichen Zeitplan her. Zum ersten Mal äußert sich jetzt der Bauherr, die Actris Henninger Turm GmbH in Mannheim, hinter der der Milliardär Daniel Hopp steht. „Wir haben den Fertigstellungstermin zu sportlich gesehen“, gibt der Projektleiter Jörg Janson im Gespräch mit der FR zu.

Verzögert habe sich der Innenausbau vor allem aufgrund der besonderen Wünsche der Eigentümer der teilweise sehr teuren Luxuswohnungen. Die größten Lofts an der Turmspitze sind je 250 Quadratmeter groß und sollten jeweils 4,55 Millionen Euro kosten. „Wir haben das konzeptionell noch mal angefasst“, sagt Janson, was übersetzt heißt: Der Innenausbau musste umgeplant werden. „Es hat eine längere Fertigstellungszeit gebraucht im Turm.“

Nach den Worten des Experten hat es eine „brandschutztechnische Abnahme“ durch die Bauaufsicht der Stadt Frankfurt im Dezember 2017 gegeben. Im Mai 2018 habe man dann die Eigentumswohnungen an die Besitzergemeinschaft übergeben.

„Es liegt keine Fertigstellungsmeldung des Bauherrn für die Baustelle vor“, sagt Frank Schuppel, der stellvertretende Leiter der städtischen Bauaufsicht. Regelmäßige Kontrollen der Bauaufsicht gebe es nicht, von daher könne die Stadt nicht genau sagen, welche Schwierigkeiten in dem Hochhaus vorlägen. „Wir gucken, wenn es fertig ist, ob es fertig ist“, lautet die Formel des Beamten. Klar ist jedenfalls: „Mit der Eröffnung des Restaurants und der Aussichtsplattform zum 1. September wird es nichts.“

Die Gastronomie nimmt das 38. und 39. Stockwerk ein. Darüber liegt dann die Aussichtsplattform.

Kostenlos betreten können die Besucher diesen Bereich allerdings in Zukunft offenbar nicht. Das dürfte den Kreis der Interessenten einschränken. Der Aussichts-Teil an der Spitze des historischen Henningerturms war dagegen ohne Bezahlung öffentlich zugänglich.

„Sie müssen etwas trinken im Restaurant, wenn sie auf die Plattform wollen“, bestätigt Projektleiter Janson.

Ein eigener Aufzug fährt von der Basis des Hochhauses künftig bis zum Restaurant „Franziska“ durch. Aus bodentiefen Panoramafenstern sollen die Besucher einen Rundumblick genießen können.

Die Besitzer der Eigentumswohnungen erreichen ihre Etagen in davon getrennten Aufzügen.

Der 48-jährige Star-Gastronom Christian Mook will sich, wie sein Sprecher sagt, zur Situation nicht im Detail äußern. Zu seinen Restaurants in Frankfurt, die insgesamt einen Umsatz von zweistelliger Millionenhöhe jährlich erzielen, gehören der „Ivory Club“ (moderne indische Kolonial-Küche, Taunusanlage 15), das „Surf’n Turf“ (gehobene US-amerikanische Steak-Küche, Taunusanlage 15) und das „Zenzakan“ (pan-asiatischer Supperclub).

Seine Unternehmensgruppe zählt insgesamt fast 200 Mitarbeiter.

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