Nachverdichtung in Frankfurt
Frankfurt

Folgen für das Mikroklima prüfen

Von Christoph Manus
15:14

Im Streit über ein von der Wohnbaugenossenschaft Frankfurt geplantes Nachverdichtungsprojekt am Röderbergweg im Ostend, will die Römer-Koalition aus CDU, SPD und Grünen nun grundsätzlich prüfen lassen, ob bei der Bearbeitung von Baugenehmigungen bereits mikroklimatische Auswirkungen geprüft werden und ob das andernfalls rechtlich möglich wäre. Mit ihrem Prüf- und Berichtsantrag, der am Dienstag auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses stehen wird, will sie zudem in Erfahrung bringen, welche Möglichkeiten der Magistrat sieht, um auf eine klimagerechte Planung und Realisierung von Gebäuden hinzuwirken und so einen Beitrag zur städtischen Anpassungsstrategie an den Klimawandel zu leisten.

„Grundsätzlich fänden wir es gut, wenn man bei Bauvorhaben Wege fände, (mikro-)klimatische Auswirkungen in die Beurteilung einfließen zu lassen“, sagte Grünen-Fraktionschef Manuel Stock am Donnerstag der FR. „Generell ist für uns bei Bauprojekten der Klimaplanatlas die Richtschnur.“

Die Koalition begründet ihren Vorstoß mit den regelmäßigen öffentlichen Diskussionen über Nachverdichtungsprojekte in der Stadt. Besonders bei Anwohnerinnen und Anwohnern bestehe die Sorge, dass sich die mikroklimatische Situation im jeweiligen Gebiet erheblich zum Nachteil verändere. „Oftmals werden kleine Grünflächen bebaut, was, neben einem Verlust gewachsener Grünstrukturen, zu einer schlechteren Durchlüftung, Verschattung und somit weniger Tageslicht führen kann“, heißt es in der Antragsbegründung der Koalitionsfraktionen. Gerade in dichtbesiedelten und in hohem Maße versiegelten Gebiete wirke sich der Klimawandel aber stark auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner aus.

Zuletzt hatten Anwohner des Röderbergwegs im Ortsbeirat und dem Planungsausschuss vor den Folgen einer Nachverdichtung gewarnt. Sie haben selbst ein Klimagutachten in Auftrag gegeben und sehen sich in diesem in ihrer Furcht von einem künftigen Hitzestau bestärkt.

Zwar hat die Bauaufsicht, wie die FR berichtete, den Bauantrag für einen Neubau mit 14 Wohnungen und einer Tiefgarage inzwischen abgelehnt. Die Genossenschaft hält aber an ihren Plänen fest und will nun mit der Behörde nachverhandeln.

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