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Bezahlbarer Wohnraum für Studierende bleibt in Frankfurt überaus knapp.
Studierende in Frankfurt
Frankfurt

700 neue Wohnheimplätze für Studenten

Von Christoph Manus
14:39

Das Studentenwerk Frankfurt will innerhalb von fünf Jahren 53 Millionen Euro investieren, um 700 Apartments für Studierende zu schaffen. Im Juni haben auf einem Grundstück der Goethe-Universität an der Ginnheimer Landstraße die Arbeiten an einem Wohnheim begonnen, das vom Sommersemester 2020 Platz für 297 Studierende bieten soll.

Weitere 300 Plätze sollen ein Jahr später im International House Riedberg bezogen werden können. Zum Wintersemester 2021 sollen 110 Studierende in einen Neubau an der Hollerbornstraße in Wiesbaden einziehen. Noch nicht in dieser Rechnung enthalten ist der Bau eines Wohnheims für bis zu 100 Studierende, das in Rüsselsheim entstehen könnte. Geplant sind jeweils möblierte Zimmer mit Nasszelle und Pantryküche, die für rund 350 Euro im Monat vermietet werden.

Obwohl das Studentenwerk in den vergangenen fünf Jahren gut 40 Millionen Euro investierte, um 618 Wohneinheiten zu bauen, ist die Versorgung Studierender mit günstigem Wohnraum auch wegen des seit Jahren starken Anstiegs der Studierendenzahl miserabel. So können nur etwa sieben Prozent der Studierenden in einem öffentlich geförderten Wohnheim unterkommen. Im Bundesschnitt gibt es für jeden zehnten Studierenden einen Wohnheimplatz. Schon um diese Quote zu erreichen, müssten aber statt der geplanten 700 neuen Apartments 2500 entstehen.

Um die Situation etwas zu entspannen, mietet das Studentenwerk auch Plätze an. 310 weitere Apartments sollen nun noch hinzukommen. Davon sollen 190 von Ende 2019 an in der Ginnheimer Platensiedlung, weitere 120 zum Sommersemester 2020 am Rohmerplatz zur Verfügung stehen. Für 21,3 Millionen Euro sollen in Frankfurt Wohnheime mit 1308 Plätzen saniert werden.

Um die Situation wirklich verbessern zu können, brauche das Studentenwerk mehr Geld für den Bau von Wohnheimplätzen, vor allem aber günstige Grundstücke, sagt dessen Geschäftsführer Konrad Zündorf der FR. Zumal in den kommenden Jahren bis zu 357 Wohneinheiten wegfielen. Das seien 150 Plätze an der Stralsunder Straße, 55 an der Platenstraße, elf im Projekt Cubity sowie bis zu 141 in den Wohnheimen auf dem Campus Bockenheim. Diese Plätze seien nur bis Mitte 2021 gesichert, hieß es.

Frank Junker, Chef der städtischen ABG, die die beiden Immobilien 2021 oder 2022 vom Land übernimmt, widerspricht. Zwar müsse das Wohnheim an der Bockenheimer Landstraße total saniert werden, und es sei auch an der Jügelstraße einiges an Arbeiten zu tun. Ziel sei es aber, den studentischen Wohnraum zu erhalten.

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