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In Frankfurt entstehen zu wenig Wohnungen, kritisiert die Bauwirtschaft (Symbolbild).
Wohnen in Frankfurt
Frankfurt

Klage über zu wenig Wohnungsbau

Von Claus-Jürgen Göpfert
13:50

In Frankfurt werden zu wenige Wohnungen gebaut. Zu dieser Einschätzung kommt das „Verbändebündnis Wohnen“, zu dem sich die Bauwirtschaft und die Gewerkschaft IG Bau zusammengeschlossen haben. Nach deren Zahlen, die vom Statistischen Bundesamt stammen, sind 2017 in Frankfurt 5122 neue Wohnungen entstanden.

Aus Sicht des Bündnisses muss gerade für den sozialen Wohnungsbau „deutlich mehr getan werden“ – also für die Menschen „ohne extra-dickes Portemonnaie“, wie der Regionalleiter Hessen der IG Bau, Hans-Joachim Rosenbaum, sagte.

Bauwirtschaft und Gewerkschaft setzen sich auch für eine bessere Förderung von Wohneigentum in Frankfurt ein. „Es müssen sich wieder mehr Menschen in Frankfurt die eigenen vier Wände leisten können – vom Maurer bis zur Industriekauffrau.“ Das Bündnis vertritt die Meinung, dass Handwerker, die Wohnungen bauen, auch in der Lage sein sollten, „sich eine eigene Wohnung anzuschaffen“.

Die Bundestagsabgeordneten aus Frankfurt und der Region müssten sich bei der Bundesregierung für wesentlich höhere Investitionen in den Wohnungsbau stark machen. Vereinbart hatte die Bundesregierung 1,5 Milliarden Euro jährlich bis 2021. Benötigt würden aber mindestens vier Milliarden Euro jährlich, so Bauwirtschaft und Gewerkschaft.

Hans-Joachim Rosenbaum von der IG Bau sagte, beim Neubau von Sozialwohnungen drohe „ein Desaster“. Hier müsse der Bund wesentlich mehr investieren.

Die regierende Römer-Koalition aus CDU, SPD und Grünen in Frankfurt will künftig auch Genossenschaften beim Wohnungsbau berücksichtigen. Sie sollen zum Zuge kommen, wenn von der Stadt Grundstücke nach Konzept vergeben werden.

Bei Neubaugebieten will die Stadt 15 Prozent der Flächen für alternative Wohnformen, Baugruppen und Genossenschaften reservieren. Außerdem vergibt die städtische Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) Flächen an Investoren, die ein Konzept vorlegen. Das ist bisher auf dem Stadtgebiet fünf Mal geschehen. Der wohnungspolitische Sprecher der SPD im Römer, Sieghard Pawlik, sagte, Genossenschaften besäßen kein angestaubtes Image mehr. Allerdings könne keine Genossenschaft auf dem freien Markt mit den derzeitigen „Spekulationspreisen“ für Grundstücke mithalten. 

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