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In Frankfurt entstehen mehr neue Wohnungen als zuletzt. Die meisten sind aber sehr teuer.
Wohnen in Frankfurt
Frankfurt

Mieten in Frankfurt steigen noch schneller

Von Christoph Manus
12:49

Für Menschen, die in Frankfurt eine neue Bleibe suchen, wird die Situation immer schwieriger. Nach Zahlen des Maklerhauses JLL werden Wohnungen in der Stadt inzwischen im Mittelwert für Mieten von 14,55 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das sind 85 Cent mehr als im ersten Halbjahr 2017.

Während in Düsseldorf und Köln die Mieten stagnieren, hat sich der Anstieg in Frankfurt sogar noch beschleunigt. Selbst in München, der mit 19,25 Euro pro Quadratmeter mit großem Abstand teuersten Stadt für Mieter, wachsen die Mieten langsamer. Dort sind sie im vergangenen Jahr um drei, in Frankfurt um sechs Prozent gestiegen. In Hamburg wachsen die Angebotsmieten zwar sogar um sieben Prozent, liegen mit im Mittel 12,35 Euro pro Quadratmeter aber deutlich unter dem Frankfurter Niveau.

Frankfurt ist für Mieter auch nach einer Erhebung des Immobilienportals Immowelt und der Jobplattform Stepstone besonders teuer: Sie haben für mehrere Großstädte die mittlere Miete für eine 80 bis 100 Quadratmeter große Wohnung ins Verhältnis zum Durchschnittsgehalt für Fach- und Führungskräfte in den Städten gesetzt. Nur in München, Hamburg und Berlin müssen Mieter demnach einen höheren Anteil ihres Einkommens für die Miete ausgeben als in Frankfurt.

Die Mietpreisbremse zeige in ihrer bisherigen Form keine Wirkung, sagt Roman Heidrich, Leiter des Bereichs Wohnimmobilienbewertung bei JLL in Berlin. Genauso fraglich sei, ob die derzeit diskutierten Vorschläge für deren Verschärfung inadäquate Steigerungen künftig ausschließen. „Solange die Fertigstellungszahlen hinter dem Bedarf zurückbleiben, bleibt es bei der Anspannung auf den Wohnungsmärkten.“

Noch deutlich stärker als die Mieten steigen auch in Frankfurt die Kaufpreise für Wohnungen. Diese werden nach Zahlen von JLL inzwischen im Mittel für 5260 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das ist ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2017.

Beim Eigentum ist nur München noch teurer

Auch bei den Eigentumswohnungen ist nur noch München teurer als Frankfurt. Dort steigen die Preise allerdings nicht mehr so stark an. Nur in Leipzig und Berlin schießen die Preise nach Zahlen von JLL derzeit so extrem in die Höhe wie in Frankfurt. Dort liegt das Preisniveau aber deutlich niedriger.

Eine immer größere Rolle für die steigenden Preise in den größten deutschen Städten spielt nach Beobachtung von JLL, dass private Kapitalanleger aus dem Ausland im Spitzensegment des Wohneigentumsmarkts aktiv sind.

Diese suchten stabile Alternativen zu Heimatmärkten, in denen die Preise ein nicht mehr finanzierbares Niveau erreicht hätten und in denen teils auch die politische Stabilität und die Rechtssicherheit in Gefahr seien, sagt Sebastian Grimm, der den Bereich Wohnimmobilienbewertung bei JLL Frankfurt leitet.

Ähnlich hatten sich jüngst Finanzierungsexperten der Hypovereinsbank geäußert. Gewerbliche Anleger sähen Deutschland wegen der im Vergleich hohen Stabilität als „Kapitalsicherungsstelle“, hieß es. Gerade Städte wie Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Mainz seien bei Investoren, Bauträgern und Wohnungsgesellschaften sehr gefragt.

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