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Gebaut wird kräftig in Frankfurt. Doch die meisten neuen Wohnungen sind sehr teuer.
Wohnen in Frankfurt
Frankfurt

Preise steigen massiv an

Von Christoph Manus
12:26

Die Preise für neue Eigentumswohnungen in Frankfurt steigen in raschem Tempo weiter an. Im ersten Halbjahr wechselten diese nach Auswertung des Gutachterausschusses für Immobilienwerte für einen mittleren Preis von 6170 Euro pro Quadratmeter die Besitzer. Das ist ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, im Vergleich zu 2016 sogar von 41 Prozent.

Dabei fließen Spitzenpreise von mehr als 10.000 Euro pro Quadratmeter, die in der Innenstadt und in Bockenheim bezahlt wurden, in diese Zahl nicht einmal ein. Der Gutachterausschuss, der alle Kaufverträge für Immobilien vorgelegt bekommt, nennt dafür statistische Gründe.

Zu besonders hohen Preisen konnten Investoren neue Wohnungen im ersten Halbjahr im Bereich des Ostbahnhofs und der Europäischen Zentralbank verkaufen. Der Gutachterausschuss nennt dafür einen Mittelwert von 7320 Euro pro Quadratmeter. Sehr teuer ist es nach dessen Zahlen auch im Bereich Innenstadt, Altstadt, Bahnhofsviertel, im Gutleutviertel und im Gallus samt Europaviertel. Noch am günstigsten werden Neubauwohnungen im Bereich Griesheim, Nied gehandelt, wo diese im Mittel für 4180 Euro pro Quadratmeter verkauft wurden. Nordend und Westend tauchen in der Auswertung nicht auf, weil dort keine oder sehr wenige Neubauwohnungen verkauft wurden.

Auch die Preise für Bestandswohnungen steigen nach der Auswertung des Gutachterausschusses ungebremst weiter. Wohnungen mit Baujahr ab 2000 wurden nach dessen Zahlen im ersten Halbjahr im Mittel für 5460 Euro pro Quadratmeter gekauft. Das ist ein Plus von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Preise für Wohnungen der Jahrgänge 1975 bis 1999 stiegen sogar um 24 Prozent. Für diese Baujahresklassen wurden im ersten Halbjahr 3910 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Trotz steigender Preise vergleichsweise noch am günstigsten sind Wohnungen der Baujahre 1950 bis 1974 mit im Mittelwert 3290 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen der Baujahre bis 1950 verteuerten sich weiter, auf nun 4760 Euro pro Quadratmeter.

Reihenhäuser werden in Frankfurt nur in geringer Zahl verkauft. Auch in diesem Segment steigen die mittleren Preise aber in drei von vier Baujahresklassen an.

Gegen den Trend der vergangenen Jahre verbilligten sich dagegen Wohnungen in Wohntürmen leicht. Diese wurden nach Zahlen des Gutachterausschusses im ersten Halbjahr zu Preisen von rund 7430 Euro verkauft. Das sind gut fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Trotz des Wohnbaubooms in Frankfurt, Rekordzahlen bei der Fertigstellung wie der Genehmigung von Wohnungen, dürften die Preise und die Mieten nach Ansicht von Experten zunächst weiter steigen. Bei der Hypovereinsbank etwa verwies man jüngst auf die riesige Nachfrage nach Wohnungen in der wachsenden Stadt, die immer stärker auch von ausländischen Kapitalanlegern befeuert wird. Der Gutachterausschuss erwähnt den hohen Investitionsdruck einiger Kapitalanleger und den Mangel an sicheren Anlagealternativen.

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