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Mehr als 280 000 Besucherinnen und Besucher werden bei der Frankfurter Buchmesse erwartet.
Bookfest
Kultur

Buchmesse plant großes Festival in der Stadt

Von Claus-Jürgen Göpfert
11:13

Die Frankfurter Buchmesse öffnet sich zum ersten Mal in großem Umfang zur Stadt hin. „Bookfest“ heißt das internationale Festival „für Literatur, Geschichten und Ideen“, das vom 10. bis 14. Oktober während der Buchmesse geplant ist. An rund 20 Orten im Stadtgebiet sind Poetry-Slams, Tastings, Talk-Runden und andere Formate beabsichtigt. Auf dem Messegelände selbst wird außerdem zum ersten Mal der „Frankfurt Pavillon“ aufgebaut, der das neue Wahrzeichen der Buchmesse werden soll.

Es handelt sich um einen 500 Quadratmeter großen und 6,50 Meter hohen Bau aus Holz, der als Hauptbühne und Herzstück des „Bookfest“ angesehen wird.

Mit ihrem neuen Programm versteht sich die Buchmesse als „Ergänzung“ zu Veranstaltungs-Formaten der Stadt wie dem großen Lesefest „Open Books“ oder „Literatur im Römer“, dem ältesten Live-Leseformat in ganz Deutschland, das seit Jahrzehnten existiert.

„Wenn das Messe-Tagesgeschäft endet, entsteht ein spannender Schmelztiegel aus Business- und privaten Besuchern an vielen Orten in der Stadt“: So fasst der Marketing-Direktor der Buchmesse, Markus Gogolin, die Planung zusammen.

Zu den Orten zählen das „stylische“ Restaurant „Walden“, die Genussakademie, das Vier-Sterne-Hotel Libertine Lindenberg, der Club Michel, das English Theatre, das Deutsche Architekturmuseum und das Hotel 25 hours.

Es werde keine klassischen Lesungen geben, verspricht die Buchmesse – so soll eine direkte Konkurrenz etwa zu „Open Books“ oder „Literatur im Römer“ vermieden werden. Statt- dessen plane man eben „interaktive Formate“ wie Slams oder Koch-Events.

So wolle man diejenigen erreichen, die „nicht zum klassischen Buchmesse-Publikum gehören.“

Im „Frankfurt Pavillon“ auf dem Messegelände selbst will die Buchmesse rund 50 weitere Veranstaltungen organisieren. Die Palette der Autorinnen und Autoren, die dort auftreten, reicht von Juli Zeh und Robert Seethaler bis hin zu Udo Lindenberg und dem deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel, der aus türkischer Haft freigelassen worden war.

Am letzten Tag der Buchmesse ist im „Pavillon“ ein „Familiy Day“ geplant, der sich an Familien und Kinder wendet.

Insgesamt ist das „Bookfest“ der Versuch der Buchmesse, einen eigenen programmatischen Akzent zu setzen – und damit eigenes kulturelles, aber auch politisches Profil zu gewinnen.

Zur Messe werden in diesem Jahr erneut mehr als 7300 Aussteller aus rund 100 Ländern erwartet. Etwa 10 000 Journalisten und Blogger werden über die größte Medienmesse der Welt berichten.

Mit mehr als 280 000 Besucherinnen und Besuchern wird kalkuliert. Der diesjährige Ehrengast, der die Kultur seines Landes präsentiert, ist Georgien.

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