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Sahra Wagenknecht geht mit einer neuen Sammlungsbewegung an den Start.
„Aufstehen“
Politik

Die linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“

Von Christian Stör
17:29

Sahra Wagenknecht gab am 4. September 2018 den Startschuss für die linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“. Die Fraktionschefin der Linken hofft, möglichst viele Mitglieder der Linken, SPD und Grünen mit ins Boot nehmen zu können. Die Ziele von „Aufstehen“ werden in den FAQs der Website erklärt: „Wir wollen etwas Neues: Keine Partei, sondern eine Bewegung für alle, die gemeinsam für unsere Ziele kämpfen wollen.“ Die neuesten Entwicklungen zu „Aufstehen“ im Überblick:

Offizieller Start von „Aufstehen“

Am 4. September war es offiziell soweit. Sahra Wagenknecht stellte ihre Sammelbewegung „Aufstehen“ vor. Anlass für FR-Autor Stephan Hebel, in einem Leitartikel von der koalitionsfähigsten Sahra Wagenknecht aller Zeiten zu sprechen. Der Start von „Aufstehen“ böte keinen Anlass, das Ganze von oben herab zu verwerfen. Zumindest habe der Start viele Vorwürfe nicht bestätigt. 

Anderseits blieben die Ziele der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ auch am 4. September noch äußerst vage. Bei der Präsentation ließ Sahra Wagenknecht jedenfalls noch viele Fragen offen. Vor allem auch aus Wagenknechts eigener Partei war Kritik zu hören: „Linken-Politiker, die da mitmachen, stellen unsere Partei in Frage“, sagte Sachsen-Anhalts Linken-Chef Andreas Höppner der FR. 

Wagenknecht verteidigt „Aufstehen“

Im August prasselte wegen der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ viel Kritik auf Sahra Wagenknecht ein. Im FR-Interview vom 11. August verteidigte sie ihre Idee: Auf die Frage, warum sie „Aufstehen“ gegründet habe, gab sie eine klare Antwort: „Weil ich finde, dass man dem Rechtsruck in Deutschland nicht einfach zuschauen darf. Die jetzige Situation muss sich ändern.“

„Aufstehen“ fehlt die Idee

FR-Autor Holger Schmale sah „Aufstehen“ kurz nach der Vorstellung der Pläne eher skeptisch: „Aufstehen“ könne man als ein letztes Aufbäumen einer links-liberalen politisch-gesellschaftlichen Mehrheit lesen, die inzwischen verloren gegangen sei, schrieb Schmale in einem Leitartikel am 10. August. Ein Kuriosum der Initiative für eine linke Sammlungsbewegung sei ja, dass hier nun genau jene für ein im weitesten Sinne rot-rot-grünes Bündnis werben, die bis dato solche Projekte in Form von Koalitionen stets kritisiert und, wo möglich, verhindert haben.

Ulrich von Alemann sieht kaum Chancen für „Aufstehen“

Ulrich von Alemann gab Wagenknechts Bewegung „Aufstehen“ im FR-Interview am 9. August wenig Chancen. Eine echte Bewegung erwachse von unten, sagte der Politologe. Sie werde nicht von oben mit einer penibel geplanten PR-Strategie ins Leben gerufen: „Wagenknecht befindet sich auf einem Irrweg.“

Antje Vollmer ist bei „Aufstehen“ dabei

Die Grüne Ante Vollmer fand „Aufstehen“ von Beginn an gut. Zusammen mit den Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen (Linke) und Marco Bülow (SPD) veröffentlichte sie Anfang August im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ einen gemeinsamen Text. Warum sie das tat? Weil man dem wachsenden Druck von Rechtsaußen einen Druck von links entgegensetzen müsse. Die FR stellte die Streiterin für ein linkes Wir am 7. August in einem Porträt vor.

„Aufstehen“ kann viel bewegen

Die Kritik an „Aufstehen“ war im August harsch: Der Grüne Volker Beck twitterte, der Hashtag „Aufstehen“ klinge irgendwie nach „Erwache“. FR-Kommentator Stephan Hebel hielt es dagegen für unterirdisch, Sahra Wagenknechts Sammlungsbewegung „Aufstehen“ mit Nazis zu vergleichen. Aber er fragte in seinem Kommentar am 6. August auch: Kann sie schon Teil eines freiheitlichen linken Projekts sein?

„Aufstehen“ legt holprigen Start hin

Der Start war holprig. Als „Aufstehen“ am 4. August mit einer eigenen Plattform online ging, erntete Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht dafür scharfe Kritik – auch aus den eigenen Reihen. Viele Ziele blieben zunächst schwammig – so wie auch die Haltung zur Flüchtlingspolitik. Es gehe ihr nicht um die Gründung einer neuen Partei, sagte Wagenknecht damals, aber durchaus um „andere parlamentarische Mehrheiten, weil wir eine andere Regierung wollen“.

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