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Politik

Wer zahlt den Makler?

Von Andreas Schwarzkopf
18:19

Die schwarz-rote Bundesregierung erwägt, dass künftig auch bei Hausverkäufen derjenige den Makler zahlen muss, der ihn beauftragt – bei der Vermietung existiert das Bestellerprinzip bereits. Makler werden nervös. Käufer würden profitieren – sogar dann, wenn sie die Courtage über den Kaufpreis zahlen müssten. 

Dazu schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“: „Wenn Käufer die Provision zu bezahlen haben, müssen sie bei knappem Angebot deren Höhe schlicht akzeptieren, wenn sie zum Zuge kommen wollen. Der Verkäufer dagegen kann auf Augenhöhe mit mehreren Maklern verhandeln und denjenigen mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis auswählen. Dass dies funktioniert, zeigt das Beispiel Holland: Dort gilt das Bestellerprinzip auch beim Kauf, und die Gebühren liegen zwischen ein bis zwei Prozent gegenüber den in Deutschland üblichen Sätzen von bis 7,14 Prozent.“ 

Das „Darmstädter Echo“ meint: „Das zentrale Problem des Immobilienmarktes sind die Makler zumindest aktuell nicht. Der Markt ist leer gefegt, wer immer verkaufen will, schafft es sehr gut ohne Vermittler. Das von Justizministerin Barley jetzt ins Spiel gebrachte Bestellerprinzip geht in einer Situation, in der Anbieter jeden Preis einfach höher ansetzen könnten, ins Leere. Die öffentliche Hand kassiert über die Grunderwerbssteuer selbst immer kräftiger mit. Ein Senken dieser Abgabe hätte sofort flächendeckende Wirkung. Aber stattdessen verlegt man sich lieber auf einen zwar nicht völlig unwirksamen, aber vor allem schlagzeilenträchtigen Nebenkriegsschauplatz.“

Der „Trierische Volksfreund“ analysiert: „Wenn die Bundesjustizministerin einen wirksamen Beitrag zur Senkung der Nebenkosten beim Kauf einer Immobilie leisten will, dann sollte sie zum einen die Bundesländer dafür gewinnen, dass zumindest Ersterwerbern die Grunderwerbsteuer ganz oder teilweise erlassen wird. Und zum anderen sollte sie sich für eine bundeseinheitliche Begrenzung der Maklergebühren starkmachen.“

Das „Badische Tagblatt“ urteilt: „Es bleibt ein ‚Herumdoktern‘ an den Symptomen, denn ein Ende der Preisspirale im durch die Niedrigzinspolitik überhitzten Wohnungsbaumarkt ist ebenso wenig in Sicht wie eine Lösung für die steigenden Mieten. Wenn Bund, Länder und Kommunen nicht endlich wieder aktiver in den sozialen Wohnungsbau einsteigen oder mit gleichwertigen Ideen aufwarten, dann werden sich die Preise nicht stabilisieren lassen – weder im Miet - noch im Kaufsektor.“

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