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Display in einem Hybrid-Fahrzeug.
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Diesel ade

Von Frank-Thomas Wenzel
16:34

Toyota macht Schluss mit dem Diesel im Pkw. Grund ist die sinkende Nachfrage. Die dazu nötigen Schritte würden noch in diesem Jahr unternommen, kündigte der Konzern am Rande des Automobilsalons in Genf an. Diese Pläne bezögen sich auf die konzernweite Strategie, sagte eine Sprecherin von Toyota Deutschland.

Allerdings sind die Aggregate, die den zähflüssigen Treibstoff verbrennen, bei Personenwagen nur in Europa relevant. Toyota war bei den Selbstzündern schon immer zurückhaltend. Zuletzt betrug der Anteil noch zehn Prozent. Bei den deutschen Herstellern lag er viele Jahre teils weit über 70 Prozent. Die Japaner sind hingegen seit langer Zeit bei Hybridantrieben weltweit führend, die einen Benzin- und einen Elektromotor kombinieren. Vier von zehn Toyotas sind mittlerweile damit ausgestattet.

Toyota-Europa-Chef Johan van Zyl sagt, sein Unternehmen wolle in diesem Jahr erstmals eine Million Autos in Europa verkaufen und den Hybrid-Anteil dabei auf 47 Prozent steigern. So werde die Neuauflage des Kleinwagens Auris künftig nur mit Benziner- oder Hybridmotor angeboten. Bei Nutzfahrzeugen wie dem Pick-up Hilux oder Geländewagen wie dem Land Cruiser blieben Dieselmodelle jedoch im Angebot.

Betrug und Tricksereien bei der Abgasreinigung von Selbstzündern haben das Vertrauen der Kunden schwer erschüttert. Zudem drohen hierzulande in vielen Städten Fahrverbote für die Dieselfahrzeuge. Deren Motoren sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass Grenzwerte beim giftigen Stickoxid deutlich überschritten werden. Nach Berechnungen des Beratungsunternehmens EY ist der Anteil der Dieselautos an den Pkw-Neuzulassungen hierzulande mittlerweile auf 33 Prozent gesunken, Anfang 2015 waren es noch mehr als 50 Prozent. Die EY-Experten erwarten, dass der Dieselanteil in diesem Jahr noch unter die 25-Prozent-Marke fallen wird. 

Ähnliche Tendenzen sind in anderen europäischen Ländern zu erkennen. Auch Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer geht davon aus, dass die Zukunft den Hybrid-Pkw gehört. Die Fahrzeuge seien so sparsam wie Diesel und kosteten nur rund 500 Euro mehr als ein konventioneller Benziner. Die deutschen Autobauer haben sich gleichwohl zuletzt immer wieder zum Selbstzünder bekannt. Allerdings hat Porsche als erste hiesige Marke kürzlich die Fertigung der Diesel-SUV vom Cayenne und Macan zumindest vorerst gestoppt. Unbestritten ist, dass auch diese Autos sauber sein können. Allerdings braucht es dafür eine aufwendige Abgasreinigung, die insbesondere Kleinwagen erheblich verteuern würde.

Auch bei Fiat Chrysler hatte es zuletzt Spekulationen über einen ähnlichen Abschied vom Dieselmotor gegeben. Einen Bericht der „Financial Times“ wollte das Unternehmen aber nicht kommentieren, demzufolge der Diesel bis 2022 aus all seinen Pkw verbannt werden solle. Der schwedische Autobauer Volvo hatte schon Mitte 2017 offiziell angekündigt, sich in den kommenden Jahren Schritt für Schritt von Fahrzeugen mit reinen Verbrennungsmotoren zu trennen: Von 2019 an werde jedes neue Volvo-Modell einen E-Motor haben, zuerst Diesel und später Benziner sollen Schritt für Schritt durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden. (mit dpa)

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