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Polizisten sichern den Hauptbahnhof von Amsterdam.
Messerangriff in Amsterdam
Politik

Ermittler sehen „terroristisches Motiv“

19:03

Die beiden Opfer eines Messerangriffs im Hauptbahnhof von Amsterdam sind US-Bürger. Dies teilte der US-Botschafter in den Niederlanden, Pete Hoekstra, am Samstag in Den Haag mit. Die beiden Touristen aus den USA waren am Freitag von einem 19 Jahre alten Afghanen niedergestochen und schwer verletzt worden. Der mutmaßliche Täter, der über eine deutsche Aufenthaltserlaubnis verfügte, wurde bei einem Fluchtversuch von Polizisten mit Schüssen im Unterleib verletzt. Die Stadt Amsterdam hatte in der Nacht zum Samstag mitgeteilt, die Polizei halte es für möglich, dass der Messerangriff ein terroristischer Anschlag war. Am Samstagabend teilte die Amsterdamer Stadtverwaltung mit, dass das Attentat nach Einschätzung der Ermittler ein Terroranschlag war: Der Täter „hatte ein terroristisches Motiv“.

„Wir wissen, dass die beiden Opfer zu Besuch in den Niederlanden waren“, teilte der US-Botschafter mit. Er stehe im Kontakt mit den Opfern. Ein Sprecher der Polizei in Amsterdam bestätigte die Staatsangehörigkeit der beiden Opfer. Sie seien inzwischen ansprechbar. Der Täter befinde sich ebenfalls in einem Krankenhaus und werde mithilfe eines Dolmetschers verhört. Der Sprecher wollte nicht sagen, ob angesichts des Messerangriffs über eine Intensivierung der Sicherheitsmaßnahmen in Amsterdam nachgedacht werde: „Darüber geben wir keine Auskunft.“

Man stehe mit den deutschen Behörden in „intensivem Kontakt“, um mehr Klarheit über ein mögliches terroristisches Tatmotiv zu bekommen, teilte die Stadt Antwerpen in Abstimmung mit der Polizei mit. Die Polizei habe den Eindruck gewonnen, dass der Mann die beiden Personen, die er in der Halle des Hauptbahnhofs niederstach, nicht bewusst oder mit einer besonderen Absicht ausgewählt habe. Nach der Tat war der Bahnhof kurzzeitig gesperrt worden. Es gab zahlreiche Verspätungen.

Erst am Donnerstag war ein 26 Jahre alter Pakistaner in Den Haag festgenommen worden, weil er in einem Video per Facebook angekündigt hatte, er wolle einen Anschlag auf den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders (54) verüben. Grund dafür seien Wilders Pläne, einen Wettbewerb für Karikaturen des Propheten Mohammed zu veranstalten. Wilders hatte wenig später erklärt, er habe den für November geplanten Wettbewerb gestoppt. Er wolle nicht, dass der Wettbewerb „als Entschuldigung für islamistische Gewalt gebraucht wird“. Der Karikaturenwettbewerb hatte in islamischen Staaten zum Teil heftige Proteste hervorgerufen. (dpa/afp)

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