© Rolf Oeser, FR
Die Betonkonstruktion vor dem City-Center soll spitz zulaufenden Arkaden weichen.
Stadtentwicklung in Offenbach
Rhein-Main

Architekt Mäckler baut auch City-Center um

Von Fabian Scheuermann
11:14

Der lange geplante Umbau des Offenbacher Marktplatzes hin zu einem fußgängerfreundlicheren Ort wurde im Sommer wegen zu erwartender massiver Kostensteigerungen bekanntlich zu den Akten gelegt. Doch der nördliche Teil des Marktplatzes, der auf Höhe der gleichnamigen S-Bahn-Station auf die Berliner Straße trifft, wird sich in den nächsten Jahren trotzdem gehörig verändern. Wie nun bekannt wurde, soll das renommierte Frankfurter Architekturbüro Christoph Mäckler im Auftrag der lokalen Investoren Michael Dietrich und René Rudolph das City-Center umbauen – ein in die Jahre gekommenes Bürogebäude, vor dessen Fassade derzeit noch die meterhohen Reste einer alten Fußgängerüberführung stehen.

Diese massige und unschöne Betonkonstruktion – Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) nannte sie einen „Schandfleck“ – soll Platz machen für doppelstöckige Arkaden, die dem Gebäude vorgelagert werden. Als Hauptmieter des Komplexes ist die Mannheimer Hotelgruppe Achat angedacht, die im City-Center Ende 2020 ein Hotel der Marke „Loginn by Achat“ eröffnen will. Geplant sind 158 Zimmer und Veranstaltungsräume. Überlegungen der Investoren, in dem Gebäude moderne Büros unterzubringen, sind damit wohl vom Tisch.

Kreative aus City-Center in Offenbach verschwunden

Geplant ist laut Stadt zunächst der Abriss der massigen Betonteile auf Kosten des Investors. Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) erklärte auf Nachfrage, dass wegen dieser sogenannten zweiten Ebene auch ein städtebaulicher Vertrag mit dem Investor vonnöten sei. Dessen Wunsch, das City-Center teilweise um zwei Geschosse aufzustocken, könne die Stadt aber nicht nachkommen, da es wegen der umliegenden niedrigeren Traufhöhen „planungsrechtliche Bedenken“ gebe. Weiß denkt aber, dass man nun einen „guten Kompromiss“ gefunden habe.

Dieser Kompromiss werde zu einer „deutlichen Aufwertung der Innenstadt“ führen, gibt sich Weiß optimistisch. Schwenke sagt, die Planung sei „besser als der Ist-Zustand“. Der OB macht keinen Hehl daraus, dass es ihn ärgert, dass jüngst – wie schon einmal zu Beginn des Jahres – Informationen zum aktuellen Planungsstand aufgetaucht sind. „Ich freue mich, sobald der Investor wieder gemeinsam mit der Stadt kommuniziert“, so Schwenke.

Anscheinend ist ein teils kräftiger roter Anstrich geplant. Dieser würde mit der Klinkeroptik des auf der anderen Seite der Berliner Straße ebenfalls von Investor Dietrich geplanten Komplexes korrespondieren, der auch vom Büro Mäckler entworfen wird: Dort sind auf dem Grundstück eines Parkhauses und einer Toys’R’Us-Filiale unter anderem Läden, Büros, eine Kita und 151 Eigentumswohnungen geplant. Geförderte Wohnungen gibt es nicht. „Der Vorhabenträger“ habe das Projekt ohne geförderten Wohnraum projektiert und die Politik habe das „seinerzeit“ – also letztes Jahr – akzeptiert, heißt es beim Planungsdezernenten dazu auf Nachfrage.

Bereits verschwunden sind aus dem City-Center indes die Kreativen und Start-ups, die zeitweise einige Etagen des Baus genutzt und als „Upper City Center“ vermarktet haben. „Wir haben uns etwas anderes gesucht“, erzählt einer der Initiatoren. Manche seien in Oberrad oder Fechenheim untergekommen: „Dort, wo es noch nicht cool ist.“

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