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Platz 3 der bestbesuchten Stücke der Saison: ?Außer Kontrolle? von Ray Cooney.
Bad Vilbel
Rhein-Main

100 000-Besucher-Marke geknackt

Von Detlef Sundermann
14:25

Es war mit eine der erfolgreichsten Saisons, die die Bad Vilbeler Burgfestspiele hatten. Das sagte am Montag Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) bei der Abschlussbilanz der gut viermonatigen Spielzeit. Mit mehr als 100 000 Besuchern nähmen die Burgspiele auch einen Spitzenplatz im Verband der Freilichtbühnen ein, sagte der Rathauschef.

Die Auslastung in der 32. Saison habe bei rund 85 Prozent gelegen. Und die Besucher hätten nicht nur die Theateraufführungen gelobt, sondern auch die Atmosphäre und die Bewirtung.

Claus-Günther Kunzmann, seit 20 Jahren Intendant der Burgfestspiele, hatte sich noch bei der Zwischenbilanz im Juli mit Blick auf die 100 000-Besucher-Grenze skeptisch geäußert. Nun zeigte er sich ebenfalls zufrieden. Die Ziele seien erreicht oder übertroffen worden, sagte er. Und das, obwohl der frühe Beginn der Sommerferien keine guten Voraussetzungen geboten hätten. Auch die Fußballweltmeisterschaft habe „drei, vier Abende gekostet“.

Zudem wurde die Bilanz wegen der Kinderoper „Hänsel und Gretel“ getrübt. Sie kam beim jungen Publikum nur mäßig an. Bei den Aufführungen war statistisch jeder zweite Platz im Publikum unbesetzt. An der Qualität der Produktion gibt es für Kunzmann jedoch keine Zweifel. Dass das Stück auch anderorts gespielt worden sei oder es gewöhnlich in der dunklen Jahreszeit aufgeführt wird, nannte er als mögliche Ursache. In der kommenden Saison soll auf jeden Fall an dem an sich erfolgreichen Konzept der Kinderproduktionen (Auslastung bei „Pippi Langstrumpf“ und „Peter Pan“ mehr als 90 Prozent) festgehalten werden, einschließlich der Oper, so Kunzmann.

Bei den Abendvorstellung kamen vor allem die leichteren Stück gut beim Publikum an. Die Komödie „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ schaffte es mit 14 600 Zuschauern nicht nur in den Rang der bestbesuchten Stücke zu rutschen, sondern erfüllte mit 100 Prozent Kartenverkauf auch den Traum eines jeden Intendanten. In der Beliebtheitsskala des Publikums folgten „Ein Käfig voller Narren“ und „Außer Kontrolle“.

Das ernste Fach mit den „Nibelungen“ konnte dagegen nur einen bescheidenen Erfolg mit 66 Prozent Auslastung verbuchen. Wenig Grund zum Klage gab es für Kunzmann bei den Besuchen der Studiobühne im Keller der Burg und schon gar nicht bei den sonntäglichen Matinee.

Nach der Spielzeit ist für Kunzmann unmittelbar vor der nächsten Saison. Baulich ist in den nächsten Monaten einiges an der Burg bis April zu erledigen. Das Vorverkaufsbüro wird umgebaut, die Burgmauern verlangen stellenweise nach Sanierung und der gesamte Burggraben, der ungeachtet der Durchspülung von der Nidda vor allem im Hochsommer brackig ist.

Mit Druck wird nicht nur am Spielplan 2019 gearbeitet, der in der Mitte Oktober bekanntgegeben wird, sondern auch an den Plänen für eine zentrale Theaterwerkstatt samt Probenräume. Eine Lagerhalle für die Tribünenkonstruktion stehe bald nicht mehr zur Verfügung, gleiches gelte für die ehemalige Reithalle in Dortelweil als Probenort, so Kunzmann. Das Kurhaus falle in nächster Zeit für Proben aus, da es umgebaut wird. Kunzmann sagte, zurzeit seien Lager- und Probenräume in der ganzen Stadt verteilt unter anderen in der denkmalgeschützten Zehntscheune an der Wasserburg.

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