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Fliegen wird zur Glückssache: wartende Passagiere bei der Teilsperrung von Terminal 1 am Dienstag.
Flughafen Frankfurt
Rhein-Main

Fraport-Mitarbeiterin bestraft

Von Jutta Rippegather
09:33

Rund 160 Menschen haben die Nacht von Dienstag zum Mittwoch in Feldbetten am Frankfurter Flughafen verbracht. Weitere 4000 hatte Lufthansa in Hotels untergebracht. Auch am Mittwoch waren die Folgen der Sicherheitspanne noch zu spüren. „Wir haben noch keinen Regelbetrieb“, sagte der Frankfurter Rundschau ein Unternehmenssprecher am Mittag. Im Laufe des Tages sollten die betroffenen Passagiere samt Gepäck jedoch alle zum Ziel unterwegs sein. Derzeit herrsche Hochbetrieb am Flughafen. Rund 224.000 Passagiere waren für Mittwoch prognostiziert.

Am Morgen war es bei den Sicherheits- und Grenzkontrollen noch zu Wartezeiten bis zu 30 Minuten gekommen. Größere Schlangen bildeten sich zudem am Check-in und den Umbuchungsschaltern der Lufthansa. Eine Sprecherin der Airline schloss weitere Verspätungen bei Flügen nicht aus.

Passagiere vermissen ihr Gepäck

Am Dienstag hatte eine Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma bei der Kontrolle eine französische Familie passieren lassen, obwohl bei der routinemäßigen Sprengstoffsuche ein sogenannter Wischtest angeschlagen hatte. Rund 13.000 Menschen waren laut Bundespolizei von der zweieinhalbstündigen Sperrung der Flugsteige A und Z in Terminal 1 betroffen, davon allein 7000 Passagiere der Lufthansa. Von den mehr als 1500 geplanten Starts und Landungen seien mehr als 100 annulliert worden. Zum einen wegen der Sperrung, aber auch wegen Gewittern.

Passagiere hatten unter anderem beklagt, dass ihr Gepäck verschwunden war. „Ein Einzelfall“ sagte dazu der Fraport-Sprecher. Die Kritik an fehlender Information könne er sich nur so erklären, dass es sehr laut war in der Terminal-Halle, wo die 13.000 Menschen auf Entwarnung gewartet hatten: „Wir haben Durchsagen gemacht.“ Mitarbeiter mit Megafonen seien unterwegs gewesen. Welche Maschinen fliegen, habe die Airline zu entscheiden. Die brauche von der Flugsicherung einen freien Slot. „Es gibt so viele Schnittstellen.“ Deshalb habe Fraport lieber nicht informiert als falsch. Für Krisen wie diese gebe es zwar Notfallpläne, versichert der Sprecher. Der Vorfall habe jedenfalls gezeigt, dass das Sicherheitssystem funktioniert. „Herr des Verfahrens ist die Bundespolizei.“ Deshalb müsse die gefragt werden, welche Lehren sie aus dem Ereignis zieht.

Dafür sei es noch zu früh, sagte Bundespolizeisprecher Reza Ahmari. Allerdings habe sie gegen die bei Fraport angestellte Mitarbeiterin der Sicherheitsfirma ein „vorläufiges Tätigkeitsverbot im Bereich Luftsicherheit“ ausgesprochen. Neun Euro zahle jeder Passagier an Luftsicherheitsgebühr am Frankfurter Flughafen. Dies sei zu berücksichtigen, wenn jetzt die Forderungen nach mehr Personal und besserer Technik wieder laut würden. Auch fehle in Frankfurt teils die notwendige Infrastruktur. „In Terminal 1 ist es so eng, da gibt es keinen Platz.“

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