© Imago, FR
Ein RMV-Fahrkartenautomat.
Landtagswahl in Frankfurt
Rhein-Main

Für soziale Sicherheit und besseren ÖPNV

Von Christoph Manus
15:48

Die Frankfurter Linke zieht optimistisch in den Wahlkampf für die Landtagswahl am 28. Oktober. Das Ergebnis der Bundestagswahl habe gezeigt, wie groß das Potenzial sei, sagte Janine Wissler, Spitzenkandidatin der Linken und Vorsitzende des Frankfurter Kreisverbands, am Freitag bei der Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten für die Frankfurter Wahlkreise. Da hatte die Linke in Frankfurt 11,8 Prozent der Stimmen geholt.

Zum Wahlkampfauftakt werden Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, die Parteivorsitzende Katja Kipping, und die Spitzenkandidaten Wissler und Jan Schalauske am 28. September im Bürgerheim Bornheim sprechen.

Nicht viel spricht dafür, dass die Linke Regierungsverantwortung übernehmen könnte. Selbst wenn dies rechnerisch möglich sei, werde die Partei nicht auf Teufel komm raus in eine Koalition gehen, sagte Wissler. Die Linke habe bewiesen, dass es auch möglich sei, aus der Opposition heraus, etwa gemeinsam mit außerparlamentarischen Initiativen, etwas zu erreichen. So sei es die Linke gewesen, die als erste Fraktion im Landtag einen Gesetzentwurf zur Abschaffung der Kita-Gebühren eingebracht habe.

Als Direktkandidat für den Wahlkreis 34 im Frankfurter Westen will sich Axel Gerntke, der mit Wissler den Kreisverband führt, besonders für soziale Sicherheit einsetzen. Dabei sieht er auch das Land als Arbeitgeber und Auftraggeber in der Pflicht, für gute Arbeitsbedingungen zu sorgen. Wissler wirbt als Direktkandidatin für den Wahlkreis 35 (Bockenheim, Hausen, Heddernheim, Niederursel, Praunheim und Rödelheim) für einen Zugang zur Bildung, der nicht von Bildung und Geld der Eltern abhängig ist. Sie setzt sich unter anderem für einen Ausbau echter Ganztagsschulen ein, ein großes Investitionsprogramm und eine bessere Bezahlung der Grundschullehrer.

Für den Bau bezahlbaren Wohnraums, ein Ende der Spekulation mit Grund und Boden und einen besseren Schutz der Mieter wirbt Eyup Yilmaz, wohnungspolitischer Sprecher der Linken im Römer, der im Wahlkreis 36 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Dornbusch, Eschersheim, Gallus, Ginnheim, Gutleutviertel, Innenstadt, Westend) antritt.

Magdalena Depta-Wollenhaupt kämpft besonders gegen den Fluglärm, von dem die Menschen im Frankfurter Süden, ihrem Wahlkreis 37, betroffen sind. Sie wirbt für eine Reduzierung der Flugbewegungen und die Schließung der Nordwestlandebahn. Ulrich Wilken, Kandidat für den Wahlkreis 38 (Nordend, Bornheim, Ostend), fordert unter anderem einen Landesaktionsplan gegen Kinderarmut, Daniela Mehler-Würzbach, die im Wahlkreis 39 im Norden und Osten der Stadt antritt, wirbt für eine Verkehrswende. Der Nahverkehr müsse attraktiver und perspektivisch kostenlos werden, sagte sie.

Sicher in den Landtag einziehen dürfte außer Spitzenkandidatin Wissler auch Wilken, der auf Platz 6 der Landesliste steht. Auch Gerntke (Platz 10) rechnet sich Chancen aus.

Lesen Sie weitere Berichte aus Frankfurt am Main   Zur Startseite
Schlagworte