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Klein sind viele Kartoffeln in diesem Jahr. Und es sind wenige.
Hitzeperiode
Rhein-Main

Kartoffeln werden teurer

Von Jutta Rippegather
12:35

Harte Zeiten für Freunde von Reibekuchen, Pommes & Co: Die Preise für Kartoffeln werden steigen. Das, sagt der Sprecher des hessischen Bauernverbands, Bernd Weber, sei so gut wie sicher. Schuld sei die anhaltende Trockenheit, ein paar Regentropfen am Wochenende könnten nichts mehr daran ändern. Bei Kartoffeln rechnen Hessens Landwirte für dieses Jahr mit Ernteeinbußen von bis zu 50 Prozent, bei den Zuckerrüben sind es bis zu 20 Prozent. Die Erdäpfel der Saison 2018 sind nicht nur kleiner als gewohnt, es gibt auch weniger. 

Wenig besser sieht es beim Getreide aus. Hier liegen inzwischen die Ernteergebnisse für Gesamthessen vor: Die Menge beträgt rund 1,8 Millionen Tonnen und damit  12,6 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. „Unsere Befürchtungen, wonach die seit April anhaltende Trockenheit zu deutlichen Ertragseinbußen führen werde, haben sich damit bestätigt“, sagte der Präsident des hessischen Bauernverbands, Karsten Schmal. Er betonte aber zugleich, dass es von Standort zu Standort teilweise große Unterschiede gebe. Verantwortlich dafür seien sowohl die Niederschlagsverteilung als auch unterschiedliche Bodenqualitäten.

Nordhessen, zum Beispiel, habe es voll erwischt, sagt Weber. Die Viehhalter im Werra-Meißner-Kreis, in der Knüllregion oder im Vogelsberg müssten für teuer Geld ihr Tierfutter aus Bayern, Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz herankarren lassen. Deshalb seien sie dankbar für die Finanzhilfe von Bund und Land.

Im Rhein-Main-Gebiet seien die Böden zwar gut, doch auch hier sei die Situation sehr unterschiedlich. Denn wenn es überhaupt einmal regnete, dann nur punktuell. Beispiel Wetterau: In Florstadt seien die Erntemengen beim Getreide um einiges höher als im wenige Kilometer entfernten Niddatal. 

„Extreme“ hätten den Sommer ausgezeichnet, sagt Weber. „Auf lange Trockenperioden folgte mancherorts Starkregen.“ In Limburg, zum Beispiel, habe es einen Acker weggespült. Wie viele Landwirte es besonders hart getroffen hat, kann der Verbandssprecher nicht sagen. Die positiven Signale aus Berlin und Wiesbaden jedenfalls kämen gerade richtig. 

Die Dürrehilfe werde allerdings kurzfristig benötigt. Das Geld dürfe nicht erst an Ostern ausgezahlt werden: „Es muss rasch und unbürokratisch fließen.“ Am Mittwoch hatte Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Grüne) angekündigt, dass das Land Hessen für die betroffenen Betriebe zehn Millionen Euro bereitstelle. Weitere zehn Millionen Euro sollen vom Bund fließen. 

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