© Renate Hoyer, FR
Kundgebung von Salafisten in Offenbach.
Islamismus
Rhein-Main

Mehr als 4000 Islamisten in Hessen

11:46

In Hessen leben nach Angaben der Landesregierung derzeit 4.170 Islamisten, darunter 1.650 extrem konservative Salafisten. Die Zahlen gab das Innenministerium am Donnerstag auf eine Kleine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Wolfgang Greilich bekannt. Sie gehen den Angaben zufolge auf den Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2016 zurück, sind aber noch heute aktuell.

Der Begriff des Islamismus beschreibt demnach alle Erscheinungsformen des islamischen Extremismus, also politisch-totalitäre Ideologien mit der Ablehnung des demokratischen Rechtsstaats als „nicht mit dem Willen Allahs vereinbar“. Mit Salafismus wiederum wird die extreme Spielart bezeichnet, die einen Gottesstaat nach Lehre der „frommen Altvorderen“ mit einer allein am Koran und der religiösen Sittenlehre Sunna orientierten Lebensweise verlangt.

Viele gewaltbereite Salafisten 

Wie es weiter heißt, sind 2017 nach vorläufiger Erhebung 134 Verdächtige politischer Kriminalität aus diesem Spektrum erfasst worden - ein deutlicher Anstieg gegenüber den 75 im Jahr davor. Etwa ein Viertel der 1.650 salafistischen Akteure gelte als gewaltbereit, bei den übrigen Islamisten seien es nur Einzelfälle. Etwa die Hälfte der den Behörden bekannten Islamisten besitze keine deutsche Staatsangehörigkeit, bei den Salafisten sei es rund ein Drittel. Regionaler Schwerpunkt der Szene ist laut Innenministerium das Rhein-Main-Gebiet, eine größere Szene an Salafisten gebe es aber auch in Nordhessen.

Die Beratungsstelle des Präventionsnetzwerks „Violence Prevention Network“ (VPN) habe im vergangenen Jahr 161 Direktkontakte mit Islamisten gehabt, davon 47 neu. Hinzu kamen 150 Kontakte mit Angehörigen. Ziel der Beratung ist vor allem Hilfe beim Ausstieg aus der Szene sowie das Verhindern von Ausreisen in den „Heiligen Krieg“ vor allem nach Syrien und Irak. (dpa)

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