Verkehr in Frankfurt
Rhein-Main

Debatte nach Unfalltod eines Radlers

Von Florian Leclerc
10:52

Blumen und Kerzen liegen an der Kurt-Schumacher-Straße, Zeichnungen zeigen die Unfallstelle an. Am Freitag wurde auf Höhe der Battonnstraße ein Fahrradfahrer von einem Lastwagen überrollt. Der Radfahrer starb.

Nach Angaben der Polizei fuhr der 60-Jährige am Mittag mit seinem Rad auf dem Bürgersteig, wich Passanten aus, stieß am Rande des Gehwegs gegen einen vorbeifahrenden Lastwagen und verlor die Kontrolle über sein Rad. Als er zu Boden stürzte, wurde er vom Anhänger des Lastwagens überrollt.

Der Unfall löst nun eine Debatte über die Sicherheit auf der Hauptstraße aus.

Die Ermittlungen zur Unfallursache liefen noch, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Ein „Gefahrenschwerpunkt“ sei die Stelle aber nicht. Ähnliche Unfälle habe es dort nicht gegeben.

Laut Verkehrsbericht der Polizei kamen im vergangenen Jahr zwei Radfahrer in der Stadt bei Unfällen ums Leben; verletzt wurden insgesamt 754 Radfahrer.

„Wir haben die Stadt im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass dies eine problematische Stelle ist“, sagte hingegen Susanne Neumann, Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Frankfurt. Der Radfahrstreifen von der Alten Brücke in Richtung Konstablerwache ende „an der Battonnstraße im Nichts“. Radfahrer müssten auf der Kurt-Schumacher-Straße weiterfahren, wo der Verkehr heranrausche, oder auf den Gehweg ausweichen - und schieben.

Kein Platz für Radfahrstreifen

Dass es nicht erlaubt sei, auf dem Gehweg zu radeln, gab auch Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) zu Bedenken, der den Unfall bedauerte. Er wies darauf hin, dass die Kurt-Schumacher-Straße sich in Richtung Konstablerwache von zwei Fahrspuren auf eine verenge. „Für einen Radfahrstreifen oder ‚protected bike lanes‘ fehlt uns der Platz.“

Zwar fehle der Platz für Radfahrstreifen, aber Schutzstreifen mit unterbrochenen Linien ließen sich auf der Fahrbahn markieren, sagte Neumann. „Außerdem würden Fahrrad-Piktogramme die Sichtbarkeit der Fahrradfahrer erhöhen, und man könnte über eine Reduzierung der Geschwindigkeit nachdenken.“

Oesterling stellte in Aussicht, die Unfallstelle im Zuge der Ausschilderung der Radwege in Frankfurt nachzubessern. „Radfahrer sollte man nicht über die Kurt-Schumacher-Straße, sondern über eine Nebenstraße lenken.“ Neumann sagte, dass Radfahrer auf der Kurt-Schumacher-Straße schon jetzt die Möglichkeit hätten, an der Schönen Aussicht auf die Fahrgasse abzubiegen, wo es eine bessere Infrastruktur gebe. Dort sei insgesamt weniger Verkehr unterwegs.

„Wir schauen uns die Unfallstelle noch mal an“, sagte Oesterling.

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