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213 Bundesliga-Einsätze für die Eintracht: Ronald Borchers (rechts).
Ronald Borchers
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„Wollen gute Botschafter sein“

12:10

Wenn die Traditionsmannschaft der Frankfurter Eintracht am Mittwoch zum Schlappekicker-Benefizspiel gegen ein Team von Radio FFH und der Frankfurter Rundschau antritt, ist auch Ronald Borchers dabei. Der sechsmalige Nationalspieler, der 213 Bundesliga-Spiele für die Eintracht bestritt, 1980 Uefa-Pokal- und 1981 DFB-Pokalsieger wurde, spricht im Interview über das Miteinander der Ex-Profis, die aktuelle Situation der Eintracht und die Schlappekicker-Aktion.

Herr Borchers, die Eintracht-Traditionsmannschaft gilt als sehr ehrgeizig. Können sich die Zuschauer in Gronau auf viele Tore freuen?
Das hoffe ich doch. Für den Gegner ist es gegen uns immer das Spiel des Jahres, wir unterschätzen sie manchmal ein bisschen. Dann liegen wir oft 0:1 oder 0:2 zurück, ehe wird aufdrehen, unsere Tore schießen und das Spiel drehen.

Seit elf Jahren sind Charly Körbel als Aushängeschild und Clemens Appel als Organisator die „guten Geister“ der Eintracht-Traditionsmannschaft. Wie sieht die sportliche Bilanz seitdem aus? 
Wir bestreiten demnächst unser 250. Spiel. Es gab in elf Jahren vier Niederlagen und sieben Unentschieden. Alles andere haben wir gewonnen. Wir fühlen uns einfach wie früher, als es für uns vor vielen Zuschauern in großen Stadien um sehr viel ging. Wir sind zwar nicht mehr ganz so schnell, aber es macht weiterhin viel Spaß, das Bällchen laufen zu lassen.

Welches Selbstverständnis hat die Eintracht-Traditionsmannschaft?
Wir wollen ein guter Botschafter der Eintracht sein. Im Jahr sind wir ab Ende April, Anfang Mai für fünf Monate etwa 25 Mal im Einsatz bei Spielen oder Turnieren. Beeindruckt sind wir immer von den rührigen Gastgebern, das wird auch in Gronau sicher nicht anders sein. Wir genießen deshalb auch die Zeit nach dem Spiel, wenn wir zusammen etwas trinken und essen, Anekdoten erzählen und uns mit den Fans unterhalten.

Diesmal spielt die Eintracht zu Gunsten der Schlappekicker-Aktion.
Das freut uns sehr, dass wir helfen können. Der Schlappekicker ist seit fast 70 Jahren eine anerkannte Institution des Frankfurter Sports. Es ist deshalb für uns eine Selbstverständlichkeit, ja Ehre, uns in den Dienst der guten Sache stellen zu können.

Zum Abschluss muss die Frage nach der Einschätzung der Saisonleistung der Eintracht gestellt werden. Wie sehen Sie das?
Es ist bei uns in dieser Saison lange perfekt und rund gelaufen. Die Mannschaft hat sich toll entwickelt, das war ein Verdienst von Niko Kovac. Seit dem feststehenden Wechsel des Trainers ist die Entwicklung natürlich schwieriger. Der Verein hat trotzdem eine echt gute Perspektive. Ich hoffe nur, dass Fredi Bobic ein glückliches Händchen hat, wieder einen guten Trainer zu finden. Ich hoffe jedenfalls, dass die sportliche Entwicklung weiter gut ist und wir zufrieden darüber sein können. Das hoffe ich auch für die Außendarstellung des Vereins. Ich bin ja bei der einen oder anderen Eintracht-Veranstaltung dabei. Wie Axel Hellmann den Verein repräsentiert und neue Wege geht, ist seriös und hochprofessionell. (FR)

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