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Mit Geduld und Spucke: Ante Rebic, Stürmer im Wartestand.
Ante Rebic
Sport

Rätselraten um Ante Rebic

Von Ingo Durstewitz, Thomas Kilchenstein
14:32

Erst vor wenigen Tagen lobte der letzte Neuzugang der Frankfurter Eintracht die Entwicklung und das „große Potenzial“ des Bundesligisten, Kevin Trapp versuchte es an einem Beispiel zu verdeutlichen: „Dass man einen Spieler wie Ante Rebic halten konnte, zeigt auch die neue Qualität hier. Das war ein wichtiges Zeichen.“ Doch Ante Rebic, Pokalheld, WM-Durchstarter, Unterschiedspieler, fehlt, weiterhin und schon seit langer Zeit. Der Draufgänger aus vorderster Linie wird vermisst, schmerzlich. 

Doch wann der 24-Jährige wieder wird mitmischen können, steht in den Sternen. Das ist schlecht für ihn, das ist noch schlechter für Eintracht Frankfurt. Eigentlich sollte das Powerpaket der Schlüsselspieler werden, der Fixpunkt im Eintracht-Spiel. Er fehlt an allen Ecken und Enden, mit seiner Unberechenbarkeit und Furchtlosigkeit, er verleiht dem Spiel eine andere Note. Das ist bekannt. 

Doch seit zweieinhalb Monaten klagt der Nationalspieler über nicht näher definierte Beschwerden, seit dem WM-Spiel der Kroaten gegen Argentinien (samt spektakulärem Rebic-Treffer) im Grunde schon. Das Finale gegen Frankreich konnte er nur voll gepumpt mit Tabletten und Spritzen überstehen, da sei er schon nicht mehr er selbst gewesen, sagte er. 

Schmerzen wandern

Seitdem wandern die Schmerzen merkwürdigerweise quer über seine Extremitäten. Zu Beginn seiner Ausfallzeit hieß es, er habe Probleme mit den Adduktoren, dann war es wieder die Fußblessur, die ihn hindere, zuletzt befand Trainer Adi Hütter, es handele sich um eine Problematik im Bauchmuskelbereich. Im Endeffekt scheint es so, dass die Mediziner wohl im Dunkeln tappen, es herrscht großes Rätselraten. Das ist insgesamt natürlich hochgradig unbefriedigend. 

Der Spieler selbst hat nun entschieden, sich im Ausland behandeln zu lassen. Zuletzt reiste er nach Serbien, konsultierte einige Spezialisten, um der Sache auf den Grund zu gehen. Herausgekommen ist bislang wenig. Es könne durchaus sein, führte Coach Hütter aus, dass die Schmerzen durch die im Juni zugezogene Fußverletzung hervorgerufen worden seien, da geht es auch um die Ganzheitlichkeit des Körpers, mögliche Fehlstellungen durch unbewusste Schmerzvermeidungshaltungen, die dann Auswirkungen auf andere Körperteile haben können. Neben der Leiste und der Bauchmuskulatur brachte Hütter jetzt auch das Schambein als Auslöser der Schmerzen ins Spiel. Die diffusen Beschwerden sind schwer zu ergründen. Mit einer Schambeinentzündung, das ist unbenommen, lässt sich nicht spaßen, da kann die Ausfallzeit einige Monate betragen oder auch ein ganzes Jahr, womöglich samt Operation. Das ist eine schwer zu greifende Geschichte. Der Ex-Frankfurter Sebastian Rode fiel jetzt damit eine ganze Saison lang aus. 

So schnell, das scheint klar, wird Ante Rebic nicht zurückkehren, er hat dessen ungeachtet ja nicht mal eine Vorbereitung absolviert und seit Wochen nicht trainiert. Keine wirklich guten Nachrichten für Eintracht Frankfurt.

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