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Ante Rebic hält die Eintracht in Atem.
Ante Rebic
Sport

Verwirrung rund um Ante Rebic

Von Ingo Durstewitz
12:47

Als der Spielvermittler Fali Ramadani am Donnerstagmorgen die Medien durchforstete, fiel dem 55-Jährigen zwar nicht gleich die Kaffeetasse aus der Hand, aber seine Begeisterung hielt sich in sehr eng gesteckten Grenzen. Für latente Verärgerung sorgte bei ihm die Darstellung, auch in der FR, wonach er am Mittwoch den Pressetermin von seinem Klienten, Eintracht-Profi Ante Rebic, abgesagt habe. Das habe er nämlich gar nicht, wie auch Eintracht-Marketingvorstand Axel Hellmann bestätigt. „Herr Ramadani hatte in dieser Frage keinen Einfluss auf Ante Rebic. Die in Umlauf gebrachte Information, wonach er das Gespräch mit den Medien abgesagt hat, ist nicht zutreffend.“ Die Information, das weiß Hellmann, kam aus seiner eigenen Presseabteilung.

Termin ohne Absprache mit dem Vorstand

Richtig sei vielmehr, dass der Eintracht-Vorstand es als wenig dienlich ansah, dass der begehrte Spieler zum jetzigen Zeitpunkt in der Öffentlichkeit auftritt und brisante Fragen zu seiner Zukunft beantworten soll. „Dieser Termin ist von unseren Presseverantwortlichen ohne Absprache mit dem Vorstand angesetzt worden“, betont Hellmann. „Es ist naiv zu glauben, dass es in einem solchen Gespräch nur um die WM geht. Natürlich wären da die meisten Fragen zu Rebics Vertragssituation gekommen.“ Und das wollte die Eintracht ihrem Stürmer  ersparen.

Denn seit einigen Tagen befindet sich die Sportliche Leitung in intensiven Gesprächen mit Berater Ramadani, um Rebic einen Verbleib in Frankfurt schmackhaft zu machen. Natürlich würde der Klub  das Gehalt des Kroaten deutlich anheben.

Die Eintracht umgarnt ihren Starspieler, will ihn mit allen Mitteln halten. Das ist richtig so. Rebic ist ein Unterschiedspieler, eminent wichtig. Nach England wird der 24-Jährige nicht wechseln. Das Transferfenster dort schließt am Donnerstag um 18 Uhr. Rien ne va plus. Aber auch ein Wechsel innerhalb Deutschlands oder in eine andere europäische Liga scheint nicht wahrscheinlich.

Und das nicht, weil die Eintracht nicht in vollem Umfang von dem Transfererlös partizipieren würde, sondern weil sie seine sportliche Klasse über die Maßen schätzt. Der „Kicker“ hatte berichtet, dass der Frankfurter Bundesligist die Hälfte der Ablösesumme an Rebics vorherigen Verein, den AC Florenz, abtreten müsse. Fakt ist vielmehr, dass der abzugebende Prozentsatz von verschiedenen Faktoren und Konstellationen abhängt. Die Vertragsgestaltung ist bei vielen Spielern höchst komplex.

Dessen ungeachtet hat die Eintracht die beiden 18-jährigen Jugendspieler Tobias Stirl und Patrice Kabuya mit Profiverträgen ausgestattet. Das war nötig geworden, weil der Klub nicht die erforderliche Anzahl von zwölf deutschen Spielern in seinen Reihen hat. Das schreibt die DFL vor.

Beide Talente können sich nun über ein Gehalt von 3250 Euro freuen. Sollten Marc Stendera, der genauso wie Branimir Hrgota, Daichi Kamada und Nelson Mandela vom Profitraining ausgeschlossen ist, noch wechseln, käme ein weiterer A-Jugendlicher  in diesen Genuss. Eine doch eher zweifelhafte Personalpolitik.

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