© Marc Schüler (imago sportfotodienst), FR
Allan Souza und Marco Fabian.
Eintracht Frankfurt
Sport

Der Eintracht-Kader für die Europa League

Von Ingo Durstewitz
05:48

Auch am Mittwoch wuselte Marco Fabian im Training der Frankfurter Eintracht munter umher, der Mexikaner ist nach dem Wechsel-Hickhack sichtlich glücklich, wieder im Kreise seiner alten Bekannten zu sein und das zu tun, was er zweifellos am besten kann: Fußball spielen. Einen kleinen Dämpfer musste sein sonniges Gemüt indes schon wieder erleiden: Der gerade erst in Gnaden aufgenommene 29-Jährige ist nämlich von seinem Arbeitgeber nicht zu den mit Spannung erwarteten Europa-League-Partien in diesem Jahr nominiert worden. Genauso wenig wie Stürmer Branimir Hrgota, Torwart Felix Wiedwald, Neuzugang Allan Souza und der am Syndesmoseband verletzte Carlos Salcedo. 

Carlos Salcedo wusste von nichts

Der übrigens ist über seine Nichtberücksichtigung – obzwar absolut nachvollziehbar, da er nach OP und anstehender Reha rund drei Monate ausfallen wird – von den Eintracht-Verantwortlichen zunächst nicht explizit informiert worden. Ein kleiner Trost: Sollte die Eintracht die Gruppenphase überstehen, könnte der Verteidiger nachnominiert werden. Drei Akteure können im Winter neu berufen werden. 

SGE muss Uefa-Regel befolgen 

Dass Fabian nicht dem 25 Mann starken Europa-League-Kader angehört, mag vordergründig überraschen. Doch aufgrund der Uefa-Regelung, wonach acht lokal ausgebildete Spieler im Aufgebot stehen müssen, konnte die Eintracht im Grunde nur Akteure aus dem Ausland streichen - da traf es Fabian. Natürlich hätten die Hessen auch beispielsweise den bisher kaum überzeugenden Chico Geraldes, in keinem der vier Pflichtpartien im Kader, streichen können. Doch es wäre ja schon einigermaßen merkwürdig, gleich zwei Neuzugänge, die die Mannschaft ja eigentlich verstärken sollen, für den internationalen Wettbewerb nicht zu nominieren. Dass Allan Souza, Leihgabe vom FC Liverpool, nicht dabei ist, lässt schon tief blicken. 

Alles eine Frage der Quote

Zudem: Womöglich hat die Sportliche Leitung noch die Hoffnung, dass der Portugiese Geraldes nach Anpassungsschwierigkeiten irgendwann auf Touren kommt und die neuen Anforderungen meistern wird. Für Fabian, der erst am Dienstag bekundete, wie froh er sei, wieder „zu Hause“ zu sein, ist das dennoch ein schwerer Schlag. Das Verhältnis zu Trainer Adi Hütter bezeichnete er als „ausgezeichnet“. 

Auf den ersten Blick mutet ebenso seltsam an, dass Nachwuchsspieler wie Noel Knothe und Deji Beyreuther den Sprung in den erweiterten Kader geschafft haben, obwohl ihre Einsatzchancen doch sehr begrenzt sind. Doch um die vorgeschriebene Quote (acht lokale Spieler) zu erfüllen, musste die Eintracht sie offiziell angeben. Die Uefa-Statuten besagen, dass vier Spieler vom Verein ausgebildet sein müssen, also zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr mindestens drei Saisons bei dem Klub gespielt haben. Bei der Eintracht sind dies Marco Russ, Marc Stendera, Noel Knothe und Ersatzkeeper Jan Zimmermann, der deshalb den Vorzug vor Felix Wiedwald erhielt. 

Die anderen vier Akteure müssen in dieser Altersklasse drei Jahre bei einem deutschen Verein verbracht haben, im Frankfurter Fall sind dies Kevin Trapp, Danny da Costa sowie Nicolai Müller und Deji Beyreuther. Müller und Beyreuther haben zwar eine Vergangenheit in der Eintracht-Jugend, sind aber entweder zu früh gegangen (Müller) oder zu spät gekommen (Beyreuther), um zu den von der Uefa vorgegebenen „Vereinsspielern“ zu zählen. 

Mijat Gacinovic will bald wieder spielen

Mijat Gacinovic muss sich um all dies keine Gedanken machen. Der Serbe ist natürlich für die Europa League qualifiziert, er zählt mittlerweile zu den Leistungsträgern in Frankfurt. Der 23-Jährige muss derzeit aber kürzertreten, er absolvierte gestern – genauso wie Ante Rebic – nur Lauftraining. Beim Zusammenprall mit dem Bremer Torhüter Jiri Pavlenka zog er sich eine schmerzhafte Knöchelstauchung zu. 

Gacinovic reiste sogar eigens nach Serbien, um sich vom Verbandsarzt bestätigen zu lassen, für die anstehenden Länderspiele nicht einsatzfähig zu sein. Der Eintracht-Profi hatte anfangs sogar die Befürchtung, dass etwas gebrochen sein könnte – das bestätigte sich glücklicherweise nicht. Er wird es noch ein paar Tage etwas langsamer angehen lassen. In Dortmund in acht Tagen will er einsatzfähig sein. „Dann“, sagt er, „bin ich bereit.“ 

  Zur Startseite
Schlagworte