© Jan Huebner, FR
Hat sich kurz mal in der Sportart geirrt: der handballspielende Fußballprofi Sebastien Haller.
Sebastien Haller
Sport

Große Konkurrenz im Eintracht-Sturm

Von Daniel Schmitt
05:55

Eindeutig, Sebastien Haller war der Sieger des Duells. Mit geballter Faust lief er auf Simon Falette zu, baute sich mit seinen 1,90 Metern vor ihm auf und grinste, lachte kurz, grinste wieder. Dann klatschten beide ab. Man sollte ehrlich sein, das Duell, es war ein ziemlich ungleiches. Stürmer Haller gegen Verteidiger Falette – und das beim Torschusstraining. Knapp 20 Minuten lang ballerten die Profis am Dienstagvormittag auf den Kasten, die beiden Franzosen machten daraus einen launigen Wettstreit. Wenn der eine traf, fluchte der andere, und umgekehrt. Als Marc Stendera einen Querpass ziemlich schlampig in die Mitte spielte, klatschte Falette in die Hände, Haller eilte dagegen auf Stendera zu und packte ihn am Nacken. Mit ernster Miene, gefolgt von einem Schmunzeln. „Nach dem Pokalsieg sind wir als Mannschaft noch enger zusammengerückt“, sagte Haller, „wir lachen viel, es ist viel Freude im Training dabei, wir haben ein Lächeln im Gesicht.“

Sebastien Haller war bester Torschütze

Vergangene Rückrunde, da gab es für den 24-Jährigen wenig Grund zu ausgelassener Freude. Obwohl Haller mit neun Bundesligatoren am Ende noch immer bester Schütze der Frankfurter war, kann der zweite Saisonteil durchaus als misslungen bezeichnet werden. Haller, vor einem Jahr für acht Millionen Euro aus Utrecht geholt, brachte kaum noch einen Fuß vor den anderen. Chancen hatte er fast keine mehr, und wenn, verstolperte er sie teils slapstickhaft. Luka Jovic lief Haller im Sturmzentrum den Rang ab.

Nun ist es nicht so, dass die Konkurrenz in der kommenden Runde kleiner geworden ist. Ganz im Gegenteil. Jovic ist in der Frankfurter Stürmerhierarchie aktuell sicher die Nummer eins, dahinter folgen Haller und Neuzugang Goncalo Paciencia auf Augenhöhe. Ein weiterer Angreifer könnte noch kommen. Und selbst Branimir Hrgota, dessen Einsatzchancen freilich fast bei Null liegen, hat noch einen Vertrag. Das sei alles kein Problem, so Haller. Er konzentriere sich nur auf sich selbst. Wenn noch ein neuer Angreifer komme, „dann ist das gut für die Mannschaft.“ Man wolle als gesamtes Team noch besser spielen als in der vergangenen Saison. Und er persönlich? „Auch ich will besser performen“, sagte Haller.

Auffällig ist, dass der Franzose wie auch seine Kollegen lächelnd auf dem Trainingsplatz stehen. Trainer Adi Hütter vermittelt seine taktischen Vorstellungen zwar in ziemlich prägnanten, knappen Worten, manchmal auch lautstark, Raum für den einen oder anderen Scherz ist aber allemal. „Hast du dein Navi falsch eingestellt?“, musste sich etwa Falette von seinem Trainer anhören, als ein Pass ziemlich misslang. Haller stand daneben, klatschte dem Abwehrmann auf die Schulter und prustete los.

Wie schon in der vergangenen Woche wurde der 32-köpfige Kader der Hessen gestern für die erste von zwei Trainingseinheiten in zwei Gruppen geteilt. Elf Feldspieler auf dem Rasen, der Rest im Kraftraum. Nach einer Stunde ein kompletter Personaltausch. „So lässt es sich gezielter auf jeden Einzelnen eingehen“, hatte Hütter erklärt.

Mit dabei waren auch Mijat Gacinovic, dessen am Samstag im Testkick gegen Wehen Wiesbaden zugezogene Knieverletzung sich als harmlos herausstellte, sowie weiter der brasilianische Testspieler Allan Souza. Zudem trudelten auch einige WM-Fahrer im Frankfurter Stadtwald ein. Der Mexikaner Carlos Salcedo absolvierte am Vormittag einen Laktattest, nachmittags trainierte er erstmals mit dem Team. Der Däne Frederik Rönnow, neuer Torhüter aus Bröndby, stemmte Hanteln im Kraftraum. Der zweite Mexikaner, Marco Fabian, der Japaner Makoto Hasebe und der Schweizer Gelson Fernandes sollen im Lauf der Woche  folgen und könnten im kurzfristig anberaumten Test am Freitag gegen Zweitligist Greuther Fürth zum Einsatz kommen.

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