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Mainz 05 gegen AFD
Sport

Mainz zeigt Gauland Rot

Von Stefan Krieger
11:55

Mainz 05 und Nachbar Eintracht Frankfurt verbindet eigentlich - bis auf die Ligazugehörigkeit - nicht all zu viel. In einem scheinen sich aber Hessen und Kurhessen einig zu sein: Mit der AfD können beide Clubs nicht allzuviel anfangen.

Die Abneigung von Peter Fischer, Präsident der Eintracht, gegen die AfD ist überliefert. Seit langem schon betont der 62-Jährige, dass es in seinem Club keinen Platz für AfD-Mitglieder gibt. In Mainz sieht man die Sache offensichtlich ähnlich.

Der Club lies jetzt nämlich eine Anzeige schalten, in der der Oberkörper eines Mannes mit einer Hundekrawatte zu sehen ist, versehen mit dem Hinweis der 05er zum Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg: „Wenn auswärts an diesem Samstag die bessere Alternative in Deutschland ist“.

Hintergrund ist ein geplanter Auftritt von AfD-Boss Gauland am Samstagabend in der Landeshauptstadt, zu dem in Mainz zahlreiche Protestaktionen geplant sind.   

Der FSV Mainz 05 bezieht mit dieser Aktion deutlich Stellung. Auf der Homepage des Vereins heißt es unter der Überschrift „Tolerant und weltoffen“, dass ein Fußballverein nicht trennt, sondern vereint: „Bunt sind unsere Farben, Vielfalt ist Realität und Programm. Der Profikader des 1. FSV Mainz 05 vereint insgesamt 13 Nationalitäten. Die Familien einiger unserer Spieler, auch der deutschen, weisen zudem einen Migrationshintergrund auf. Warum wir das jetzt erwähnen? Weil Integration ein Fundament der Arbeit eines Fußballvereins ist. Und weil die Werte, die wir damit verbinden, in diesen Zeiten unterstrichen werden müssen. Gerade auch, wenn sie von anderer Seite in Frage gestellt werden.“

Ein klarer Seitenhieb gegen die Partei von Alexander Gauland. Und ein Aufruf des Clubs nicht nur an die eigenen Fans, Veranstaltungen der AfD zu meiden – und stattdessen vielleicht eher zum Fußball zu gehen. Selbst wenn man dafür in die Ferne muss.  

 

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