SC Hessen Dreieich
Sport

Große Erleichterung in Dreieich

Von Jörg Moll
07:05

Rudi Bommer atmete tief durch, dann entspannten sich seine Gesichtszüge. „Endlich“, sagte der Trainer des SC Hessen Dreieich erleichtert lächelnd: „Dieser Sieg war sehr wichtig – für die Mannschaft und für den Verein.“ Sieben Spiele lang hatte Bommer erklären müssen, was jeweils zum Erfolgserlebnis gefehlt hatte. Am Samstag passte alles. Gegen den Mitaufsteiger FC Homburg, immerhin als Tabellenzweiter angereist, zeigte der SC Hessen erstmals, dass er konkurrenzfähig sein kann. Ausschlaggebend dafür war eine grundlegende Reform des eigenen Spielverständnisses. „In der Hessenliga mussten wir immer das Spiel machen, jetzt stehen wir viel tiefer“, erklärte Bommer.

Dreieichs Trainer hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 0:1 in Worms auf vier Positionen verändert. Für Nico Seegert, Daniel Henrich, Danny Klein und Tino Lagator kamen Kapitän Niko Opper (hinten rechts), Keanu Heagley sowie die jüngsten Zugänge Kevin Pezzoni und Kai Hesse. Im 4-1-4-1 agierte Pezzoni als einziger Sechser, Kai Hesse als Stoßstürmer.

Die Entschlossenheit, endlich den ersten Dreier einzufahren, war von Beginn an zu spüren, seltener in der Offensive, dafür umso eindrucksvoller in der Defensive. Giftig in den Zweikämpfen agierte der SC Hessen, nahm so den spielstarken Saarländern die Lust. Vor allem den gefürchteten Aufbau über die schnellen Außen unterbanden die Dreieicher erfolgreich. In der Defensive führten Denis Streker, Dominic Rau und Kevin Pezzoni resolut Regie. „Da hat man gemerkt, dass sie eine gewisse Routine mitbringen“, sagte Bommer. Dazu kam dieses Mal auch das nötige Spielglück. Nach dem Lattenfreistoß von Neubauer (31.) startete der SC Hessen den Gegenangriff. Kai Hesses Kopfballablage kam irgendwie zu Abassin Allikhil. Daniel Di Gregorio foulte den Mittelfeldspieler strafstoßwürdig. Denis Streker verwandelte cool ins rechte Eck (33.).

„Es war wichtig für den Kopf, mal in Führung zu gehen“, befand der 27-Jährige nach der ersten Führung überhaupt in einem Regionalliga-Heimspiel. Fortan war der Glaube da, das verschüttet gewähnte Selbstbewusstsein zurück, vor allem im Spiel gegen den Ball. „Es war ein dreckiger Sieg“, räumte Innenverteidiger Dominic Rau ein: „Aber den haben wir einfach mal gebraucht.“ Rau hatte gemeinsam mit Streker und Pezzoni das Defensivspiel geordnet. „Das“, sagte er, „passt schon sehr gut zwischen uns.“ 

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