© Heiko Becker (imago), FR
Soll die Skyliners anführen: Neuzugang Jason Clark (links).
Skyliners
Sport

Gute Mischung

Von Timur Tinç
07:20

Die Frankfurt Skyliners haben ihren Kader für die anstehende Spielzeit bereits zusammen. So früh wie noch nie. Genügend Zeit also, sich bestens auf die Dreifachbelastung Bundesliga, Pokal und Eurocup vorzubereiten. Welche Rolle können die Frankfurter Korbjäger spielen? Die FR nimmt die einzelnen Positionen unter die Lupe.

Point Guards: Jason Clark (28) wird die Rolle des Starting-Point-Guards übernehmen. Der US-Amerikaner ist ein Spieler, der in den entscheidenden Phasen die Verantwortung übernehmen kann, außerdem ist er auch ein guter Verteidiger. Sein Back-Up ist Trae Bell-Haynes (22). Der flinke Kanadier kommt vom College Vermont Catamounts und hat im Sommer in der Summerleague für die Milwaukee Bucks gespielt. Sein Vertrag läuft zunächst nur bis zum 25. November. Garai Zeeb (21) geht in seine vierte Saison bei den Hessen. Der 1,87-Meter große Leimener kennt die Systeme und ist ein passabler Dreierschütze. Ob er wirklich mehr Spielzeit bekommt, als in der Saison davor, ist aber zweifelhaft.

Shooting Guards: Brady Heslip (28) setzt die Tradition kanadischer Dreierspezialisten fort. Nach Andrew Rautins und Philip Scrubb wird der 1,88-Meter-Mann für die Punkte sorgen. Heslip bringt reichlich Erfahrung aus der Summerleague, G-League, Italien, Bosnien und der Türkei mit. Akeem Vargas (28) ist auch ein guter Dreierwerfer, den 43-fachen deutschen Nationalspieler haben die Skyliners vor allem geholt, um die Defensive zu stärken.

Small Forwards: Quantez Robertson (33) geht in seine zehnte Saison in Frankfurt. Der Kapitän ist die unangefochtene Identifikationsfigur und gehört zu den besten Verteidigern  der Liga. Elijah Clarance (20) war der Überraschungstransfer des Sommers. Der 1,95-Meter große Schwede kommt von der Illinois State University und war Topscorer bei der U20-EM in Chemnitz. Der athletische Linkshänder soll zwar vorrangig in der zweiten Mannschaft spielen, hat aber einen Vertrag bis Ende der Saison mit der Option auf zwei weitere Jahre unterschrieben. 

Power Forwards: Shawn Huff (34) soll als Vorbild für die jungen Spieler vorangehen. Der finnische Nationalmannschaftskapitän ist ein Vollprofi, der zwar nicht mehr der schnellste, aber von Außen immer noch sehr gefährlich ist. Huff ist in erster Linie zurückgeholt worden, weil sich Niklas Kiel (20) innerhalb von zehn Monaten seine dritte Gehirnerschütterung zugezogen hat. Der 2,07-Meter-Mann sollte auch als Center eingesetzt werden. Wann der Hochtalentierte wieder spielen kann, ist völlig offen. Vermehrt auf der Vier soll Richard Freudenberg (20) spielen. Der Kapitän der U20-Nationalmannschaft will nach einem durchschnittlichen ersten Lehrjahr voll durchstarten. Der 2,04-Meter große Flügelspieler ist ein guter Werfer, muss sich aber in anderen Bereichen noch steigern, in der Defensive und bei Rebounds etwa. Marco Völler (29) ist vor allem da, um den gesetzten Akteuren Verschnaufpausen zu gönnen und die Drecksarbeit zu machen. Der 1,99-Meter große Offenbacher kann auch als Center eingesetzt werden und hat dort in der vergangenen Spielzeit ab und an mit schönen Pässen das Spiel breit gemacht. 

Center: Erik Murphy ist als letzter Spieler zu den Hessen gestoßen. Der 2,08-Meter-Mann war zuletzt bei Nanterre unter Vertrag, war aber die meiste Zeit über verletzt. In seinem „Comeback-Jahr“ soll der finnische Nationalspieler das Spiel unter dem Korb flexibler machen und in die Breite ziehen. Murphy wird sich die Minuten auf der Fünf mit Jonas Wohlfarth-Bottermann (28) teilen. Der 2,08-Meter große Bonner spielte 2017/2018 seine beste Saison als Profi, musste aber wegen seines vorgeschädigten Knies zwischendrin lange pausieren. Wobo, wie er gerufen wird, ist aus der Nahdistanz treffsicher, aus andere Positionen wird es schwierig. Armin Trtovac (20) ist der dritte Big Man. Ob er Spielzeit bekommt, hängt davon ab, wie gut er in der Vorbereitung arbeitet und ob er seine großen Schwächen ausgemerzt hat: die Schnelligkeit und Koordination. Masse und ein gutes Händchen bringt der 2,10-Meter große Center mit.

Fazit: Die Skyliners haben einen deutlich breiteren Kader, als in der vergangenen Saison. Und im Vergleich zu den Jahren davor: ganz viel Erfahrung. Gleich mehrere Profis befinden sich im besten Basketball-Alter, sie wollen sich in einer stärkeren Liga beweisen oder zeigen, dass sie noch nicht abgeschrieben sind. Zusätzlich haben die Skyliners interessante Talente, die den nächsten Schritt machen wollen. Eine gute Mischung, um national eine erfolgreiche Saison zu spielen. Im Eurocup wäre das Erreichen der zweiten Runde ein Riesenerfolg.

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