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Aufmerksamer Beobachter: Gordon Herbert.
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Sport

Guter erster Eindruck

Von Timur Tinç
11:03

Mehr Körper!“ Gordon Herbert sitzt auf einem Stuhl am Seitenrand der Trainingshalle in der Frankfurter Nordweststadt, ein Klemmbrett liegt auf den übergeschlagenen Beinen und der Cheftrainer der Skyliners ruft immer wieder Jonas Wohlfarth-Bottermann etwas zu. Der Center muss aus verschiedenen Positionen und aus unterschiedlichen Bewegungen heraus den Ball auf den Korb werfen. Drei Versuche gibt es aus jeder Position, alles wird haargenau von Physiotherapeut Tim Kuschel notiert und später von Herbert ausgewertet.

„Die Spieler sind in guter Verfassung und mit einer guten Einstellung zurückgekommen“, berichtete der Kanadier über die ersten Eindrücke aus den medizinischen, konditionellen, koordinativen und basketballspezifischen Tests, die Anfang der Woche angelaufen sind. Nur Kapitän Quantez Robertson konnte in den USA für einige Wochen aufgrund eines allergischen Schocks nicht trainieren und muss noch etwas aufholen, sonst sind alle Spieler topfit. Bis auf Niklas Kiel.

Schneller weiterentwickeln

Der 20-Jährige erlitt vor kurzem seine dritte Gehirnerschütterung innerhalb von zehn Monaten. „Das Allerwichtigste ist jetzt, dass er wieder richtig gesund wird“, sagte Herbert, der von einem Schock sprach, als er die Nachricht bekam. Der 2,07-Meter-Mann Kiel hatte in den zwei Minicamps für die jungen deutschen Spieler im Skyliners-Kader einen hervorragenden Eindruck gemacht und wollte in dieser Saison angreifen. Daraus wird jetzt erst einmal nichts. „Wir werden die Lücke wohl temporär füllen“, sagte Herbert.

Eigentlich wollten die Skyliners nur mit fünf Ausländern in die Saison gehen, aber „wir müssen die Situation neu bewerten“, so Herbert. Neben einem Guard, wird also doch noch ein großer Spieler für die Center- beziehungsweise Power-Forward-Position kommen. „Wir werden aber die Dinge nicht überstürzen“, sagte der 59-Jährige. Zunächst will er sich in Ruhe im Training seine neuen Guards Jason Clark und Brady Heslip anschauen und aus diesen Eindrücken heraus entscheiden, ob der noch zu verpflichtende Guard mehr Spielmacher- oder mehr Shootingqualitäten mitbringen muss.

„Wir brauchen einen guten Kader wenn wir zweimal die Woche spielen“, sagte Herbert angesichts der anstehenden Doppelbelastung in der Bundesliga und im Eurocup, dem zweithöchsten europäischen Wettbewerb. Mit dem bisherigen Kader ist er jedenfalls sehr zufrieden und glaubt, sich schneller weiterzuentwickeln als in den vergangenen Jahren. Erstens, weil das Gros des Kaders gehalten werden konnte und die meisten Spieler somit schon wissen, was Herbert will. Zweitens, weil bislang nur erfahrene Spieler - Heslip, Clark und Akeem Vargas sind allesamt 28 Jahre alt - zum Kader dazugestoßen sind und nicht viel Anpassungszeit brauchen werden.

„In den ersten drei, vier Wochen lasse ich die Spieler einfach nach ihren Stärken spielen und setzte keine Grenzen“, erklärte Herbert. Erst danach spreche er mit jedem Einzelnen darüber, welche Rolle derjenige ausfüllen soll und was er von seinen Schützlingen erwartet. Auf jeden Fall erwartet der Kanadier wieder eine stärkere Verteidigung gegen den Dreipunktwurf des Gegners. „In der letzten Saison hatten wir nur Tez, der Gegner stoppen konnte“, sagte Herbert. Nun habe er mit Vargas und auch Clark zwei Spieler dazubekommen, die den Kapitän dabei unterstützen können. Auch Heslip sei ein kompetitiver Spieler.

Offensiv will Herbert, dass sein Team viel den Ball bewegt und wieder aus der Verteidigung heraus mehr Punkte erzielt. Zum einen mit Schnellangriffen, zum anderen soll sein Team auch wieder besser am Offensivrebound arbeiten und sich zweite Chancen erarbeiten. „Auf dem Papier sieht es erst einmal gut aus“, sagte Herbert. „Mal sehen, wie es auf dem Parkett sein wird.“

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