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Das Computerrendering, das von der staatlichen chinesischen Verwaltung für Wissenschaft, Technologie und Industrie zur Verfügung gestellt wurde, zeigt den noch unbenannten Mondrover der Chinesen.
„Chang‘e 4“-Mission
Wissen

China will zur Rückseite des Mondes

Von Tanja Banner
14:55

Der Mond umkreist die Erde und wendet ihr dabei stets dieselbe Seite zu. 41 Prozent der Mondoberfläche sind von der Erde aus nie zu sehen. Sie wurden bisher zwar fotografiert und mit Hilfe der Bilder kartografiert, aber gelandet ist auf der Rückseite des Mondes bisher weder eine unbemannte Raumsonde noch ein Astronaut.

Doch nun schickt sich China an, als erste Raumfahrtnation auf der Rückseite des Mondes zu landen. Bereits Ende des Jahres soll es nach Berichten von Staatsmedien losgehen: Dann soll ein noch namenloser Landeroboter zum Mond aufbrechen. Die Zeitung „China Daily“ zeigt auf ihrer Website eine Computergrafik, die den Rover, der mit dem Landemodul „Chang‘e 4“ zum Mond fliegen soll, zeigt. Das Fahrzeug hat sechs Räder, zwei Solarmodule, eine Satellitenschüssel und mehrere Kameras. „Der Rover ist weltweit der leichteste seiner Art“, erklärt Wu Weiren, der Chefingenieur des chinesischen Mondprogramms gegenüber „China Daily“. „Er wiegt nur 140 Kilogramm. Seine Vorgänger waren deutlich schwerer.“

Ein fortschrittliches Radar an Bord des Rovers soll den ersten geologischen Querschnitt der fernen Seite des Mondes erstellen. Die Resultate sollen Wissenschaftlern dabei helfen, ihr Verständnis von der Entstehung des Mondes zu vertiefen.

Auf der Rückseite des Mondes gibt es keinerlei Störlicht von der Erde und auch der irdische Funkverkehr ist nicht zu empfangen. Daher denken Astronomen grundsätzlich darüber nach, die Mondrückseite für Messungen zu benutzen, die besonders empfindlich sind. Das Problem dabei ist allerdings, dass der Kontakt zur Erde nicht direkt möglich ist, sondern über Satelliten erfolgen muss. Aus diesem Grund hat China bereits im Mai einen Satelliten gestartet, der eine Verbindung zwischen „Chang‘e 4“ und der Bodenkontrolle herstellen soll.

Das Landegerät der Vorgängermission, „Chang‘e 3“, ist 2013 auf dem Mond gelandet und befindet sich nach Angaben der chinesischen Raumfahrtorganisationen CNSA in gutem Zustand. Er erfülle immer noch seine wissenschaftliche Mission, heißt es.

Während die USA ein Jahr vor dem 50. Jahrestag der ersten Mondlandung immer noch überlegen, wie die künftige Ausrichtung der Raumfahrt aussehen soll, hat China ehrgeizige Pläne: Voraussichtlich im kommenden Jahr soll eine Mission starten, bei der Mondgestein zur Erde zurückgebracht werden soll. Bis 2030 soll erstmals ein Chinese auf dem Mond landen. Auch eine eigene Raumstation ist geplant. (mit dpa)

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