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Die Internationale Raumstation ISS. (Archivbild)
Internationale Raumstation
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Astronauten flicken Leck in ISS

Von Tanja Banner
13:38

Die Internationale Raumstation ISS fliegt in einer Höhe von etwa 400 Kilometern um die Erde. Derzeit sind insgesamt sechs Astronauten an Bord, die unterschiedliche Experimente machen, die nur in der Schwerelosigkeit möglich sind. Doch am Donnerstag mussten sie sich einem Problem widmen, das nicht in ihren durchgetakteten Tagesabläufen vermerkt war.

Am Mittwochabend hätten Fluglotsen in Houston und Moskau ein Druck-Leck festgestellt, heißt es in einer Statusmitteilung der US-Raumfahrtorganisation Nasa. Da das Leck für die Astronauten der Expedition 56 keine Gefahr bedeutete, habe man ihnen erlaubt, zu schlafen. Nach dem Aufstehen am Donnerstagfrüh ging es dann aber los: Gemeinsam mit Fluglotsen auf der Erde arbeitete die ISS-Besatzung daran, das Leck zu orten. Gefunden wurde es im russischen Bereich der ISS: eine an die ISS angedockte Sojus-Kapsel hatte einen winzig kleinen Riss - der doch groß genug war, um merklich Sauerstoff entweichen zu lassen.

Im Livestream von der ISS war nach Angaben von Zuschauern im Laufe des Donnerstag zu hören, dass den Astronauten genug Luft für 18 Tage bliebe, wenn die Leckrate sich nicht verändere. Mittlerweile ist das Leck notdürftig geflickt. Es hatte nach Angaben der US-Raumfahrtorganisation Nasa einen Durchmesser von etwa zwei Millimetern.

Der Atmosphäre der ISS wurde etwas Sauerstoff aus dem Vorrat des angedockten Progress-Transporters hinzugefügt, die Fluglotsen in Houston beobachten, ob der Luftdruck stabil bleibt. Unterdessen untersucht die russische Raumfahrtorganisation Roskosmos den möglichen Grund für das Leck.

Die ISS-Crew sei zu keiner Zeit in Gefahr gewesen, betont die Nasa in einem Statement. Alle Systeme der Raumstation seien stabil und die Crew soll am Freitag zu ihrem normalen Arbeitsplan zurückkehren.

Zu den sechs Astronauten an Bord der ISS zählt seit Juni 2018 auch der deutsche Esa-Astronaut Alexander Gerst. Er wird im Oktober als erster Deutscher zum Kommandanten der ISS, zuvor sind zwei Außeneinsätze geplant.

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