© Nasa/Esa/Alexander Gerst, FR
Die Sojus-Kapsel ist an der ISS angedockt und soll später im Jahr wieder drei Astronauten zurück auf die Erde bringen.
Internationale Raumstation
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Kommission soll Leck in Sojus untersuchen

Von Tanja Banner
21:32

Knapp zwei Wochen ist es her, dass an einer russischen Sojus-Raumkapsel, die an die Internationale Raumstation ISS angedockt ist, ein Leck entdeckt und geflickt wurde. Doch noch immer ist unklar, was die Ursache für den Riss war. „Die bisherigen Ergebnisse geben uns kein objektives Bild“, erklärte der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin. „Die Situation ist ein wenig komplizierter als wir früher angenommen haben“, so Rogosin, der ankündigte, dass eine spezielle Kommission die Untersuchung des Lecks übernehmen soll.

Es gibt Spekulationen, dass ein Techniker auf der Erde das Loch versehentlich gebohrt und es anschließend abgedichtet hat, um es zu verheimlichen. Es gibt aber auch das Gerücht, dass einer der Astronauten an Bord das Loch verursacht haben könnte - um einen früheren Heimflug zu erzwingen. Moskau habe daraufhin psychologische Tests der US-Astronauten gefordert, sagte eine nicht näher genannte Quelle der Agentur Ria Nowosti. Die amerikanische Behörde Nasa habe diese Anfrage aber ignoriert.

Derzeit befinden sich auf der ISS, die in einer Höhe von etwa 400 Kilometern über der Erde ihre Bahnen zieht, sechs Astronauten. Unter ihnen ist auch der deutsche Esa-Astronaut Alexander Gerst, der im September (23.9. und 29.9.) für zwei Außenbordeinsätze eingeplant ist, bei denen unter anderem sechs neue Lithium-Ionen-Batterien an der ISS installiert werden sollen. Die Batterien werden vom japanischen Raumfrachter HTV-7 zur ISS transportiert. Alexander Gerst übernimmt im Oktober als erster Deutscher das Kommando über die Internationale Raumstation. (mit dpa)

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