© NASA/JPL-Caltech, FR
Selfie auf dem Mars: Der Rover "Curiosity" hat sich selbst inmitten des Staubsturms fotografiert.
Sandsturm auf dem Mars
Wissen

Kein Kontakt zu „Opportunity“ - aber „Curiosity“ forscht weiter

Von Tanja Banner
19:08

Während der Sandsturm auf dem Mars sich immer weiter ausbreitet, ist der Nasa-Rover „Opportunity“ immer noch stumm. Seit dem 19. Juni umgebe der Sturm offiziell den gesamten Planeten, heißt es bei der US-Raumfahrtorganisation Nasa, die um ihren ältesten aktiven Rover bangen muss. Seit Tagen ist „Opportunity“, der seit fast 15 Jahren auf dem roten Planeten aktiv ist, in einer Art Ruhezustand. Der Rover wird durch Solarenergie angetrieben, doch Sand und Staub in der Atmosphäre des Mars verdunkeln die Sonne und machen es „Opportunity“ momentan unmöglich, genug Energie zu tanken.

Daher hat sich der Rover in einen Modus geschaltet, aus dem er nur gelegentlich kurz erwacht, um zu prüfen, ob es wieder ausreichend Sonnenlicht gibt. Auch wenn man bei der Nasa davon ausgeht, dass der Rover sich erst wieder melden kann, wenn sich Staub und Sand verzogen haben, lauscht man trotzdem regelmäßig nach Signalen. Besonders kritisch für „Opportunity“ ist die Temperatur auf dem Mars: Wird es zu kalt, könnte das dem Rover den Garaus machen - ganz ähnlich wie es seinem Zwilling „Spirit“ vermutlich ergangen ist.

Eine Analyse des Rovers habe jedoch ergeben, dass die Elektronik und Batterien warm genug blieben, um weiter zu funktionieren, teilt die Nasa mit. „Opportunity“ hat mit seinen fast 15 Jahren schon deutlich mehr Einsatzzeit auf dem roten Planeten gehabt, als ursprünglich geplant war. Eigentlich sollten die Zwillingsrover „Spirit“ und „Opportunity“ jeweils 90 Tage auf dem Mars forschen. „Spirit“ ist seit 2010 stumm, „Opportunity“ arbeitete dagegen zuverlässig weiter.

Der Sturm, den „Opportunity“ nun aussitzt, ist nicht so groß wie der Sandsturm, den der Rover bereits 2007 überstanden hat, teilt die Nasa mit. Seine Größe sei vergleichbar mit dem Sturm, den die Raumsonde Viking I“ 1977 beobachtet habe. Nur die weitere Entwicklung des Sturms ist den Forschern ein Rätsel. „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass es aufklart“, so die Nasa.

Während das Team, das den Rover „Opportunity“ steuert, den Sturm argwöhnisch beobachtet, ist das Wetterphänomen für „Curiosity“ eine gute Gelegenheit, um Daten zu sammeln. Auch in der Gegend, in der sich „Curiosity“ befindet, wird der Sturm langsam stärker - doch der Rover dürfte keine Probleme mit fehlendem Sonnenlicht bekommen: Er wird nuklear betrieben und benötigt keine Sonnenenergie. Das wollen die Nasa-Wissenschaftler ausnutzen: „Curiosity“ bietet ihnen die Möglichkeit, einige Fragen zu Stürmen auf dem Mars zu beantworten, die die Forscher sich schon lange stellen. Warum dauern einige  Stürme beispielsweise monatelang und werden gigantisch, während andere klein bleiben und nur eine Woche andauern? „Wir haben keine Ahnung“, betont Scott D. Guzewich, ein Atmosphärenwissenschaftler, der die Sturm-Forschung leitet.

Neben „Curiosity“ werden auch die Nasa-Orbiter, die um den roten Planeten kreisen, zur Sturm-Forschung eingesetzt. „Das ist der ideale Sturm für Wissenschaft auf dem Mars“, freut sich Jim Watzin, Direktor des Mars-Forschungsprogramms der Nasa. „Wir haben eine historische Anzahl von Raumsonden am und auf dem roten Planeten. Jede davon gibt uns eine neue Perspektive auf die Entstehung von Sandstürmen und wie sie sich verhalten“, so Watzin. Dieses Wissen werde für künftige Missionen - bemannt und unbemannt - von großer Bedeutung sein.

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SchlagworteMarsNASA