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Die abtauenden Permafrost-Böden sorgen in Newtok (Alaska) für immer größere Probleme. Wer draußen unterwegs ist, benutzt deshalb die extra errichteten Holzstege. Die Gefahr, den Halt zu verlieren und im Morast einzusinken, wäre sonst zu groß.
Klima
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Stoppt die Heißzeit!

Von Joachim Wille
14:21

Eine „Heißzeit“ auf dem Planeten Erde? Selbst wenn der Paris-Klimavertrag und dessen Hauptziel noch eingehalten wird, wonach sich die Erde maximal um zwei Grad erwärmen soll? Mit dieser Warnung schockten Klimaforscher in dieser Woche die Öffentlichkeit.

Eine leise Ahnung davon, was das heißen würde, hat heute jeder, der Zeitung liest und TV-Nachrichten anschaut. Dauer-Trockenheit in Deutschland, Hitzewellen auf der Nordhalbkugel bis hinauf nach Schweden, Mega-Waldbrände in Kalifornien – und das noch potenziert. Denn bisher hat sich die Erde ja erst um ein Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit erwärmt. Es droht aber laut der Studie, wenn der galoppierende Treibhauseffekt ausgelöst würde, ein Plus von vier bis fünf Grad.

Ganz neu sind die Warnungen nicht. Denn die Sorge, dass „Kippelemente“ in Klimasystem ausgelöst werden könnten, ist ja gerade der wissenschaftliche Hintergrund für den Paris-Vertrag. Darin wurde nicht nur das Zwei-Grad-Limit fixiert, die Weltgemeinschaft verpflichtete sich auch, „Anstrengungen (zu) unternehmen“, die Erwärmung schon bei 1,5 zu stoppen.

Kippelemente des Klimas

Von den Kippelementen gibt es eine ganze Reihe. Drei davon: Die Permafrost-Böden in Sibirien, Alaska und Nordkanada drohen weiträumig aufzutauen, wobei große Mengen der Treibhausgase CO2 und Methan frei würden. Der Amazonas-Regenwald droht auszutrocknen, das wäre ebenfalls ein großer Push nach oben für die CO2-Bilanz. Die Eisbedeckung der Arktis geht drastisch zurück, und das verschiebt die Strahlungsbilanz der Erde weiter Richtung Erwärmung.

Inzwischen sagen viele Klimaforscher: Das Zwei-Grad-Limit reicht nicht, es müssten ernsthaft die 1,5 Grad angepeilt werden, um sicherzustellen, dass die Kippelemente beherrschbar bleiben.

Viel Zeit, das zu erreichen, bleibt nicht mehr, denn die Erde erwärmt sich um fast 0,2 Grad pro Jahrzehnt. Das heißt: Die Weltwirtschaft müsste schon deutlich vor 2050 komplett von „fossil“ auf „solar“ umgekrempelt, die Waldvernichtung gestoppt und die Landwirtschaft möglichst klimafreundlich umgebaut sein.

Mit den Politikern von heute ist das nicht zu machen - egal, ob sie das Problem angeblich begriffen haben, wie Angela Merkel, oder nicht, wie Donald Trump. Da müssen wir schon selber ran.

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